Die verpflichtenden Deutsch-Vorlaufkurse ein Jahr vor der Einschulung für Kinder mit Sprachdefiziten und die im Vergleich mit anderen Ländern niedrige Schulabbrecherquote werden in der alle zwei Jahre erscheinenden Bestandsaufnahme positiv bewertet.
Bildungsminister Armin Schwarz: „Das Ergebnis bestätigt unsere umfangreiche und schon früh beginnende Unterstützung. Wir setzen uns in den Schulen mit gezielten Deutschfördermaßnahmen für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund dafür ein, dass jeder junge Mensch in Hessen die Chance auf einen erfolgreichen Bildungsweg erhält.“
Rund 17.000 Kinder, davon 1.000, die keine Kindertagesstätte besuchen, werden derzeit in schulisch organisierten Deutsch-Vorlaufkursen ein Jahr auf die Grundschule vorbereitet. Das ist fast ein Drittel eines Jahrgangs von Schulanfängerinnen und Schulanfängern. Die systematische Deutschförderung existiert als erster Baustein des alle Bildungsetappen umfassenden Gesamtsprachförderkonzepts in Hessens Schulen seit dem Schuljahr 2002/2003 und ist seit 2021/2022 verpflichtend. Hessen ist hier Vorreiter. Qualitativ hochwertiger Sprachförderung „wird eine hohe Wirksamkeit zugeschrieben“, heißt es bestätigend im aktuellen Bildungsbericht. Bei der Quote der wenigsten Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss hat sich Hessen im Schuljahr 2024/2025 mit 6,3 Prozent (Vorjahr 6,2 Prozent) an die Spitze der Länder gesetzt.
Gute Noten schon im bundesweiten Bildungsmonitor
Hessen gehört zu den Ländern mit den meisten Menschen mit Migrationshintergrund; 39 Prozent sind es in der Gesamtbevölkerung, mehr als 50 Prozent bei den unter 18-Jährigen. Viele Kinder und Jugendliche aus geflüchteten oder zugewanderten Familien werden in den Schulen unterrichtet. Schon im zurückliegenden bundesweiten Bildungsmonitor wurde die schulische Integrationsleistung in hessischen Schulen besonders herausgestellt. Auch die hohe Quote ausländischer Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen, die eine Qualifikation für ein Studium erlangen, liegt über dem Bundesdurchschnitt. Besser als im Durchschnitt der anderen Länder fiel in Hessen laut Bildungsmonitor der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg aus.
Die Federführung für den alle zwei Jahre erscheinenden Bericht hat das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation; erstellt wird er von Forschungsinstituten und Statistischen Ämtern von Bund und Ländern. Die elfte Ausgabe ist heute in Berlin unter anderem von der Bundesbildungsministerin Karin Prien vorgestellt worden.