Seit 20 Jahren ist die schulpsychologische Krisenintervention in Hessen ein unverzichtbarer Bestandteil der Unterstützung von Schulen in Ausnahmesituationen. Mit hoher fachlicher Kompetenz, großem persönlichem Engagement und außerordentlicher Einsatzbereitschaft unterstützen die Mitglieder des Schulpsychologischen Kriseninterventionsteams (SKIT) Schulen in besonders belastenden Situationen. Sie leisten damit einen entscheidenden Beitrag dazu, Sicherheit, Handlungsfähigkeit und Zuversicht in schulischen Krisensituationen zu stärken. Anlässlich dieses Jubiläums sind die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen der Staatlichen Schulämter heute an der Goethe-Universität Frankfurt zusammengekommen.
Bildungsstaatssekretär Lösel: „Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens und der Leistung. Schule ist ein sozialer Lebensraum, in dem Alltag geteilt wird, Freundschaften entstehen, Erfolge erlebt und gefeiert werden – wo aber leider auch, meist plötzlich und unerwartet, Krisen auftreten können, die bewältigt und verarbeitet werden müssen. Dann braucht es Menschen, die zuhören, strukturieren und Sicherheit vermitteln. Genau das leistet das SKIT seit 20 Jahren, mit hoher fachlicher Kompetenz und großem persönlichem Engagement, meist im Hintergrund und ohne öffentliche Aufmerksamkeit zu suchen. Dass unsere Schulen auch in schweren Situationen handlungsfähig bleiben, ist maßgeblich das Verdienst dieser Teams. Dafür danke ich allen SKIT-Mitgliedern sehr herzlich.“
Struktur mit über 130 Mitgliedern
Was vor 20 Jahren mit gut 20 Personen begann, ist heute eine landesweit vernetzte Struktur mit über 130 Mitgliedern. Alle sind Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in Hessen, die sich über ihre reguläre Tätigkeit hinaus notfallpsychologisch qualifiziert haben und im Ernstfall kurzfristig einsatzbereit sind. Rund 150 Mal im Jahr werden die Teams von Schulen im Land um Unterstützung gebeten, zum Beispiel nach Todesfällen, schweren Unglücken, Suiziden oder Gewalttaten im öffentlichen Raum mit Auswirkungen auf die Schulgemeinde. Dabei kooperiert das Team eng mit Schulleitungen, schulischen Krisenteams und weiteren Fachkräften wie Schulsozialarbeit oder Schulseelsorge. Die Landeskoordination für Krisenintervention und Bedrohungsmanagement liegt beim Kompetenzzentrum Schulpsychologie Hessen.
Hessen zählt bundesweit zu den Vorreitern: Es hat die schulpsychologische Krisenintervention früh systematisch etabliert. Bei Großschadenslagen war das SKIT auch über die Landesgrenzen hinaus im Einsatz, unter anderem nach der Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021, als SKIT-Mitglieder die Schulpsychologie in Rheinland-Pfalz unterstützten.