Schülerinnen und Schüler sitzen in einem Klassenraum und arbeiten mit Tablets und Laptops. An der Tafel ist eine Präsentation zum Thema Klimawandel mit Symbolen zu Nachhaltigkeit, CO₂ und Klimaschutz zu sehen.

Unterricht mit „telli“: Einblicke von Herrn Noack

Wie sieht eine Unterrichtsstunde mit „telli“ konkret aus? Ein Praxisbeispiel aus der Theo-Koch-Schule Grünberg zeigt, wie Dialogpartner die selbstständige Erarbeitungsphase strukturieren.

Einordnung der Unterrichtsstunde

Herr Christian Noack unterrichtet das Fach Gesellschaftslehre in der Jahrgangsstufe acht und beginnt mit seiner Klasse die Unterrichtseinheit „Das Klima ändert sich“.
Ziel der Einheit ist es, grundlegende Zusammenhänge des Klimawandels zu verstehen, zentrale Fachbegriffe sicher zu nutzen und Ergebnisse eigenständig zu erarbeiten. Der Einsatz des KI-Chatbots „telli“ ist dabei didaktisch in die Unterrichtsplanung eingebettet.


Vorbereitung: Dialogpartner werden vorab angelegt

In der Unterrichtsvorbereitung legt Herr Noack fünf Dialogpartner an, die im Unterricht jeweils klar definierte Rollen übernehmen und auf die Lernziele der Einheit abgestimmt sind. Für jeden Dialogpartner wird festgelegt, welche Kompetenzen gefördert werden und in welcher Unterrichtssituation er eingesetzt wird. Auch gewünschte und ausgeschlossene Antwortformen werden vorab definiert. Zur Vorbereitung können pro Dialogpartner bis zu fünf Dateien oder Links bequem per Drag and drop hinzugefügt werden. Diese Informationen nutzt „telli“ ausschließlich zur thematischen Orientierung. Weitere Inhalte werden nicht eigenständig recherchiert.

Durchführung: So läuft die Unterrichtsstunde ab

„Ich setze ‚telli‘ in einer selbstgesteuerten Lerneinheit ein. Die KI übernimmt klar definierte Aufgaben, meine Rolle ist die der Lernbegleitung“, beschreibt Herr Noack.
Nach dem Einstieg mit einer Karikatur und der Aktivierung des Vorwissens schließt sich eine selbstständige Erarbeitungsphase an, in der die Schülerinnen und Schüler mit den vorbereiteten Dialogpartnern im KI-Chatbot „telli“ arbeiten. Zunächst beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler anhand eines Sachtextes mit der Bedeutung von Kohlenstoffdioxid und nutzen „telli“ zur inhaltlichen Unterstützung. Der Dialogpartner „KlimaExplain“ erklärt Fachbegriffe, gibt Beispiele oder vereinfacht Textstellen, wenn etwas unklar ist. Im nächsten Schritt erstellen die Schülerinnen und Schüler ein Factsheet zum Treibhauseffekt. Der „FactSheetCoach“ unterstützt die Schülerinnen und Schüler beim Strukturieren und Erstellen von Factsheets. Anschließend setzen sich die Lernenden mit sogenannten Kipppunkten auseinander. Ein wissenschaftlicher Text wird bei Bedarf mithilfe des Dialogpartners „Simplico“ vereinfacht, sodass die zentralen Aussagen verständlich herausgearbeitet werden können. 

Zum Abschluss entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen, wie Klimaschutz konkret im Alltag oder an der Schule umgesetzt werden kann. Der Dialogpartner „EcoSpark“ dient dabei als Impulsgeber, während die Lernenden ihre Vorschläge eigenständig formulieren und weiterentwickeln.
Der Dialogpartner „Fehlerdetektiv“ unterstützt dabei, selbst verfasste Texte gezielt auf Fehler zu überprüfen.

Schülerinnen und Schüler arbeiten im Unterricht mit Tablets an Aufgaben zum Thema Klimawandel und nutzen dabei den KI-Chatbot „telli“ mit verschiedenen Dialogpartnern.

Vorteile für die Schülerinnen und Schüler

Aus Sicht von Herrn Noack liegt der Mehrwert vor allem in der Differenzierung: „Die Dialogpartner ermöglichen passgenaue Hilfen für unterschiedliche Leistungsniveaus. Stärkere Lernende nutzen sie zur Strukturierung, schwächere eher als sprachliche Unterstützung. Das hilft, heterogene Lerngruppen besser abzuholen.“
Durch die Erklärung von Fachbegriffen und das Vereinfachen von Texten durch die Dialogpartner würden kognitive und sprachliche Hürden abgebaut. „So können sich die Schülerinnen und Schüler stärker auf den fachlichen Inhalt konzentrieren.“ Zudem steigere die Arbeit mit KI die Motivation und ermögliche ein stärkeres exploratives und selbstständiges Lernen. „In Kombination mit Gestaltungstools wie Canva entstehen abwechslungsreiche Produkte, was die Präsentationskompetenz fördert.“
 

Entlastung im Unterrichtsalltag

Auch für den Unterricht sieht Herr Noack Vorteile: „Da die Einheit schwerpunktmäßig selbstständig von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet wird, kann ich als Lehrkraft gezielter unterstützen und bin nicht vorrangig als Wissensvermittler aktiv. Die KI übernimmt das zeitintensive Erklären von Fachbegriffen und das Vereinfachen von Texten individuell für einzelne Lernende. Dadurch bleibt mehr Zeit für individuelle Erklärungen.“

Pädagogische Leitlinien

Der Einsatz von „telli“ folgt klaren Regeln. „Der Datenschutz steht bei uns an erster Stelle. Es dürfen keine personenbezogenen Daten eingegeben werden“, betont Herr Noack. Wichtig sei zudem, dass die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit KI bewusst lernen. „Die KI dient im Unterricht nicht als fertige Lösung, sondern als Unterstützung. Die Inhalte müssen kritisch geprüft, verglichen und weiterentwickelt werden.“
Auch Phasen ohne KI seien Teil der Einheit. „Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, wann KI sinnvoll ist und wann nicht. Deshalb arbeiten wir im Unterricht bewusst auch ohne ‚telli‘."

„telli“ lernt adaptiv und verbessert sich, je mehr Rückmeldungen und Anwendungsbeispiele aus den Schulen einfließen. Bitte ermuntern Sie Ihr Kollegium sowie die Schülerinnen und Schüler, die Angebote zu nutzen und aktiv Rückmeldungen zu geben. So profitieren alle Schulen von den Erfahrungen aus dem Alltag. Weitere Informationen und den Zugang zu den „telli“-Fortbildungen finden Sie unter folgendem Link: Weitere Informationen zur FortbildungÖffnet sich in einem neuen Fenster 

Einblicke in den Schulalltag mit „telli“

Mehr Eindrücke aus der Theo-Koch-Schule in Grünberg bietet unser Instagram-Reel, in dem die Lehrkräfte Frau Wagner und Herr Noack sowie Schülerinnen und Schüler erzählen, wie sie „telli“ nutzen.