Insgesamt achtzehn Auszeichnungen gingen an Lehrkräfte, Lehrerteams und Schulleitungen aus zehn Bundesländern. Aus Hessen wurden Roland Struwe in der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ sowie Alexandra Baum und Philipp Rohleder in der Kategorie „Unterricht innovativ“ geehrt.
Deutscher Lehrkräftepreis
Auszeichnung für Lehrkräfte aus Hessen
„Mehr als nur Unterricht“
Roland Struwe unterrichtet Geschichte, Politik und Wirtschaft an der Eichendorffschule Kelkheim, einer kooperativen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Darüber hinaus engagiert er sich als Koordinator für Öffentlichkeitsarbeit, als Schulpate der Schülerfirma und als Mentor für Referendare.
Seine Schülerinnen und Schüler beschreiben ihn als fachlich herausragend und zugleich außergewöhnlich engagiert. „Sein Unterricht ist mehr als nur Unterricht“, heißt es in einer Nominierung. Besonders hervorgehoben werden die individuelle Förderung sowie die sorgfältige Vorbereitung jeder einzelnen Stunde. Mehrfach wird betont, er verbinde Anspruch und Unterstützung auf besondere Weise. Ein Schüler schreibt: „Herr Struwe ist für mich nicht nur ein Lehrer, sondern ein Mentor geworden.“
Auch über den Fachunterricht hinaus setzt er Impulse. Mit einer Schülerfirma begleitet er Jugendliche bei der Entwicklung eigener Geschäftsideen. In der Schülerzeitung führt er verschiedene Jahrgänge an journalistische Arbeit und reflektierte Medienpraxis heran.
Alexandra Baum und Philipp Rohleder
Podcast im Unterricht
Den zweiten Preis in der Kategorie „Unterricht innovativ“ erhielten Alexandra Baum und Philipp Rohleder von der Gerhart-Hauptmann-Schule Griesheim für ihr Projekt „Podcast im Deutschunterricht“. Alexandra Baum unterrichtet Deutsch und Sport und leitet die gymnasiale Oberstufe. Philipp Rohleder ist Lehrer für Informatik und Chemie.
Im Grundkurs Deutsch der Jahrgangsstufe dreizehn entstand ein professionell produzierter Podcast zum Roman „Heimsuchung“ von Jenny Erpenbeck. Literarische Analyse wurde mit digitaler Medienproduktion verbunden. Die Schülerinnen und Schüler führten ein Interview mit der Autorin auf der Leipziger Buchmesse und setzten sich intensiv mit Erzählstruktur, Themen und Sprache auseinander.
Aus den Gutachten heißt es: „Neue Wege für den Literaturunterricht zu suchen, Interpretieren nicht als Selbstzweck, sondern als Ausgangspunkt für Diskussion und Darstellung im öffentlichen Raum – wunderbar!“ Gewürdigt wurde insbesondere die fächerübergreifende Verbindung von Deutsch und Informatik sowie die Förderung von Kreativität, kritischem Denken, Kommunikation und Zusammenarbeit. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Unterricht fachlich anspruchsvoll, praxisnah und motivierend gestaltet werden kann.
Kultusminister Armin Schwarz: „Lehrkräfte können den Lebensweg ihrer Schülerinnen und Schüler ganz entscheidend prägen. Ob durch eine besondere Fähigkeit, die sie entdecken und fördern, eine Leidenschaft, die sie in ihnen wecken oder die Werte, die sie vermitteln. Dass gleich zwei Auszeichnungen nach Hessen gehen, freut mich besonders. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern recht herzlich und bedanke mich für die ausgezeichnete Arbeit, die sie für ihre Schülerinnen und Schüler leisten.“
Neue Kategorie „Starke Grundschule“ ab nächster Wettbewerbsrunde
Die neue Wettbewerbsrunde ist gestartet. Neben den bisherigen Kategorien wird der Wettbewerb ab der nächsten Runde um die Kategorie „Starke Grundschule“ erweitert. Grundschullehrkräfte können sich erstmals mit ihren Konzepten und Lernvorhaben bewerben. Im Mittelpunkt steht die pädagogische Qualität von Grundschulunterricht. Ausgezeichnet werden Lehr- und Lernkonzepte, die Kinder mit ihren individuellen Potenzialen, Lebenswelten und Voraussetzungen in den Fokus nehmen und zugleich Basiskompetenzen wie Lesen, Schreiben, Sprache und Mathematik systematisch stärken. Auch sozial-emotionales Lernen und Persönlichkeitsentwicklung spielen dabei eine zentrale Rolle.
Weitere Informationen finden Sie unter: Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativÖffnet sich in einem neuen Fenster