Politik im Unterricht

Die Kommunalwahlen im März bieten einen beliebten Aufhänger, um im Unterricht über Politik zu sprechen.

Wahlen sind das Herzstück unserer Demokratie – und ein wichtiger Inhalt des Unterrichts an hessischen Schulen. Doch wie genau begegnen Ihre Kinder diesem Thema im Schulalltag?

Politische Bildung gehört in jedes Fach

Politische Bildung ist in Hessen nicht nur Sache des Fachs Politik und Wirtschaft. Das Thema Wahlen zieht sich als Teil der Demokratiebildung als fächerübergreifendes Prinzip durch den Schulalltag – ob bei der Analyse englischsprachiger Wahlkampagnen, im Geschichtsunterricht oder bei der Wahl der Schülervertretung. So werden Ihre Kinder Schritt für Schritt an demokratische Prozesse herangeführt. Aber auch ganz konkret kann im Unterricht und in der Schule über kontroverse Themen gesprochen werden, zum Beispiel in Form von Podiumsdiskussionen, Analysen von Wahlprogrammen oder Wahlsimulationen.

Materialien und Unterstützung für Schulen

Das Kultusministerium stellt Schulen umfangreiche Materialien zur Verfügung, darunter die Broschüren „Schulpraxis Demokratiebildung" und „Grundrechtsklarheit, Wertevermittlung, Demokratieerziehung". Die neue WERTvoll-Plattform des Kultusministeriums bündelt darüber hinaus Landesangebote, Praxisbeispiele und Beratungsangebote zur Werte- und Demokratiebildung. 

Gut zu wissen!

Der Beutelsbacher Konsens
Nicht nur anlässlich der Wahlen ist politische Bildung ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts in hessischen Schulen. Welche Regeln und Pflichten für Lehrerinnen und Lehrer gelten, die im Unterricht über kontroverse Themen sprechen möchten, regelt seit dem Jahr 1976 der sogenannte Beutelsbacher Konsens. Er beinhaltet für Lehrkräfte ein Indoktrinationsverbot und verpflichtet sie, politische Kontroversen auch kontrovers darzustellen. Schülerinnen und Schüler sollen so zur eigenständigen Urteilsbildung befähigt werden. Zugleich bedeutet Überparteilichkeit nicht Wertneutralität: Lehrkräfte sind ebenso verpflichtet, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung sowie die Werte des Grundgesetzes und der Landesverfassung einzutreten und diese im Unterricht zu vermitteln. Unsere grundlegenden demokratischen Werte wie die unantastbare Würde des Menschen, Freiheit und Gleichheit, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sind verbindlich für die Demokratiebildung an Schulen. Schule ist kein wertneutraler Ort.

Eine ausführliche Erklärung dazu gibt es auf der Seite der Hessischen Landeszentrale für politische BildungÖffnet sich in einem neuen Fenster.