Martin Till, Landeschef der BARMER in Hessen / Murat Karakaya, Bürgermeister in Rüsselsheim / Michael Sauer, Geschäftsführer der Unfallkasse Hessen / Bildungsminister Armin Schwarz

Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Hessens Schulen profitieren von Programm zur Stärkung der psychischen Gesundheit

Rüsselsheim, 17. März 2025 – Im Rahmen eines Pädagogischen Tages am Immanuel-Kant-Gymnasium in Rüsselheim unterzeichneten das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, die BARMER und die Unfallkasse Hessen eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung der psychischen Gesundheit an Hessens Schulen. Im Zentrum der Initiative steht das Programm MindMatters, mit dem eine psychisch gesunde Schulkultur für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gefördert werden soll.

„Mit MindMatters investieren wir in die Zukunft unserer Kinder. Das Programm stellt Schulen die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung, um ein unterstützendes Umfeld zu schaffen, das die Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenzen fördert und so ein erfolgreiches Lernen ermöglicht“, sagte Armin Schwarz, Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen. Das Programm unterstütze Lehrerinnen und Lehrer dabei, die Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler im Umgang mit psychischen Belastungen zu erweitern. Es vermittle zudem, wie an Schulen die Gesundheit und Arbeitsbedingungen des Lehrpersonals verbessert werden können.

Jeder vierte junge Mensch in Hessen von psychischer Erkrankung betroffen

Laut Daten des aktuellen BARMER Arztreports wurde im Jahr 2023 bei rund 26 Prozent der hessischen Kinder und Jugendlichen in der Altersgruppe von 10 bis 19 eine psychische Erkrankung diagnostiziert. Das entspricht annähernd 160.000 jungen Menschen in diesem Alter. Die Diagnoserate lag zudem im Jahr 2023 rund fünf Prozentpunkte über dem Niveau von 2010. „Die steigende Zahl an psychischen Diagnosen unter jungen Menschen in Hessen zeigt den großen Bedarf an Präventionsangeboten. MindMatters stärkt Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte gleichermaßen und fördert so eine resiliente Schulgemeinschaft, die für den langfristigen Bildungserfolg unerlässlich ist“, erklärte Martin Till, Landeschef der BARMER in Hessen. Mit dem Präventionsprogramm ließen sich bedarfsgerechte Schwerpunkte setzen, etwa zu Themen wie Stress, Mobbing und dem Umgang mit Verlust und Trauer. Das Programm richte sich an alle Schulformen von der ersten Klasse bis zu Berufsschule oder Abitur.

Möglichst viele Schulen sollen informiert werden

MindMatters ist wissenschaftlich fundiert und steht Schulen kostenfrei zur Verfügung. Es bietet praxisorientierte Unterrichts- und Schulentwicklungsmodule, die von Lehrkräften selbstständig im Unterricht ein- und umgesetzt werden können. „Mehr als eine Million Kinder und Jugendliche in Hessen sind bei uns automatisch gegen Unfälle versichert. Unser Leuchtturmprojekt MindMatters geht darüber hinaus: Es schafft ein Schulklima, in dem sich alle sicher und wertgeschätzt fühlen. So leisten wir einen ganzheitlichen Beitrag zum Wohlbefinden und zur gesunden Entwicklung unserer Kinder“, sagt Michael Sauer, Geschäftsführer der Unfallkasse Hessen. In Hessen seien bereits fast 100 Schulen mit den Modulen ausgestattet und über 80 Lehrkräfte sowie Schulleitungen über das Programm informiert worden. Über die Koordinierungsstelle „Psychische Gesundheit in der Schule“ des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen werde das Programm zukünftig verstärkt mit schulpsychologischer Hilfe den hessischen Schulen zur Umsetzung angeboten.

Quelle:

Alle Angaben aus dem BARMER Arztreport können hier eingesehen werden.

https://www.bifg.de/publikationen/reporte/arztreport/arztreport-ambulante-diagnosen-nach-diagnosekapitelnÖffnet sich in einem neuen Fenster

Datengrundlage sind Versichertendaten der BARMER aus der ambulanten Versorgung. Alle Daten sind standardisiert bzw. hochgerechnet basierend auf Angaben des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerung in Deutschland nach Geschlecht, Altersgruppen und Bundesländern im jeweiligen Jahr und erhalten so Bevölkerungsrepräsentativität über das Maß reiner Abrechnungsdaten hinaus.