Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Mehr als 150 weitere Schulen werden ins Ganztagsprogramm aufgenommen

Bildungsminister Armin Schwarz hat im Rahmen der Auftaktveranstaltung für diejenigen Schulen aus ganz Hessen, die zum kommenden Schuljahr neu im Ganztagsprogramm des Landes aufgenommen werden, die Bedeutung des Angebots hervorgehoben.

„Der Ganztag ist ein zentraler Baustein unserer Bildungspolitik. Wir übernehmen Verantwortung, für Familien, die Verlässlichkeit brauchen, und für Kinder, die eine umfängliche Förderung verdienen – unabhängig von Herkunft und sozialem Hintergrund“, sagte Schwarz in Frankfurt. Mit den Neuaufnahmen werde ein starkes Zeichen gesetzt. Eine so hohe Zahl habe es in Hessen bislang noch nicht gegeben. „Das macht deutlich, wie dynamisch sich der Ganztag in den vergangenen Jahren entwickelt hat.“

Trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen investiert die Landesregierung unvermindert in den Bereich. Zum neuen Schuljahr werden 350 zusätzliche Stellen im Ganztag geschaffen – insgesamt sind es dann 5.730 Stellen dafür. Dem Ganztagsprogramm des Landes stehen aus dem Haushalt 2026 fast 460 Millionen Euro zur Verfügung, rund 26 Millionen mehr als im Vorjahr. 

Multiprofessionelle Teams im Einsatz

Der vom kommenden Schuljahr an bestehende Rechtsanspruch der Eltern auf ganztägige Förderung ihrer Kinder (beginnend mit den ersten Klassen) richtet sich an die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Dafür erhalten die Schulträger in Hessen zum baulichen, räumlichen und sächlichen Ausbau rund 260 Millionen Euro vom Bund. Das Land trägt zu diesen Fördermitteln rund 70 Millionen Euro bei.

Für das Schuljahr 2026/2027 wird von insgesamt rund 60.000 Schülerinnen und Schülern in der ersten Jahrgangsstufe ausgegangen, für die erstmals ein Rechtsanspruch der Eltern auf Ganztagsbetreuung besteht. Unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen sowie der fürs nächste Schuljahr neu vorgesehenen Plätze könnte ein Bedarf von rund 80 Prozent in den ersten Klassen gedeckt werden. Maßgebende Studien und Erhebungen des Bundes haben für Hessen einen Ganztagsbedarf aus Elternsicht von um die 65 bis 75 Prozent der Kinder ergeben.

Das Land setzt bei seinen ganztägigen Angeboten an den Schulen auf multiprofessionelle Teams mit Lehrkräften, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Erzieherinnen und Erzieher. Hinzu kommen unter anderem Studentinnen und Studenten, ausgebildetes Personal aus dem Sport, Handwerk, der Kunst und Musik oder geschulte Ehrenamtliche.

Auftaktveranstaltung in Frankfurt

Im Mittelpunkt der Veranstaltung im Tagungszentrum Dominikanerkloster in Frankfurt standen die Vertreterinnen und Vertreter aus den Schulleitungsteams, die im kommenden Schuljahr erstmals ganztägig arbeiten werden. Bildungsminister Schwarz würdigte das große Engagement in den Schulen. Mit hoher Einsatzbereitschaft, Kreativität und großem Verantwortungsbewusstsein werde dort der Ausbau qualitativ hochwertiger Bildungs- und Betreuungsangebote vorangetrieben.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich in Workshops und praktischen Angeboten unter anderem zu multiprofessioneller Zusammenarbeit, Lernzeiten, Schulverpflegung sowie Bewegung austauschen und praxisnahe Impulse für die eigene Ganztagsentwicklung mitnehmen. Mehr als 20 unterschiedliche potenzielle Kooperationspartner aus den Bereichen kulturelle Bildung, Sport und Bewegung, Medienbildung sowie Gesundheit und Ernährung zeigten, wie vielfältig der schulische Ganztag gestaltet werden kann.