Selbstverständnis und Auftrag

Die Hessischen Europaschulen (HES) sind auf die Förderung der europäischen Dimension von Bildung ausgerichtet. Sie verstehen sich als lernende und demokratisch verfasste Bildungseinrichtungen, die im Bewusstsein globaler Verantwortung arbeiten. In den innovativen Lern- und Lebensräumen der HES werden junge Menschen auf ein Leben und Arbeiten als verantwortungsbewusste, aktive Bürgerinnen und Bürger in einer demokratischen und vielfältigen europäischen Gesellschaft vorbereitet. Dieses Selbstverständnis prägt den kontinuierlichen Schul- und Unterrichtsentwicklungsauftrag im Netzwerk der HES:

...als tragende Säule der europäischen Wertegemeinschaft 

Die Hessischen Europaschulen sind demokratische und lernende Institutionen. Hier werden Werte, Haltungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie das Wissen und kritische Verstehen für den Erwerb und Erhalt von Kompetenzen für eine demokratische Kultur vermittelt und gemeinsam gelebt. Dies befähigt zur politischen Beteiligung in einem demokratischen Europa und ermöglicht verantwortungsbewusste Zukunftsentscheidungen im europäischen und globalen Kontext, so wie es der Vertrag von Lissabon vorsieht.

...für ein Leben und Arbeiten in multikulturellen und vielfältigen Gesellschaften

Europa ist komplex, multikulturell und vielfältig. Es unterliegt im Kontext weltweiter Entwicklungen einem stetigen Veränderungsprozess. Das übergeordnete Ziel an den Hessischen Europaschulen ist die Ausbildung interkultureller Kompetenz sowie das Bewusstmachen gelebter Vielfalt. Sprachenvielfalt, Wissen um naturwissenschaftliche und soziokulturelle Zusammenhänge sowie internationale Berufsorientierung verbinden sich hier mit vielfältigen Angeboten sozialen und kulturellen Lernens. Mittels vielfältiger Austausch- und Begegnungsprojekte wird das Bewusstsein für die Bedeutung und den Wert des europäischen Gedankens gestärkt.

...für die eigene Generation und nachfolgende Generationen

In dem Bewusstsein, dass die vielfältigen ökologischen und ökonomischen Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam bewältigt werden können, berücksichtigen die Hessischen Europaschulen in ihren schulischen Konzeptionen und Programmen die Grundsätze der ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit im Sinne der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN). In diesem Sinne übernehmen die Hessischen Europaschulen Verantwortung für gegenwärtige und zukünftige Generationen.

...im Rahmen einer zukunftsweisenden Unterrichts- und Schulentwicklung

Die Hessischen Europaschulen arbeiten im Rahmen eines modernen Schulmanagements mit entsprechender Qualitätssicherung. Regelmäßiges Controlling, Evaluierungs- und Feedbackverfahren dienen der Reflexion und damit der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Bildungseinrichtungen im Programm. Mit ihren alters- und lerngruppengerechten Themen, Programmen und Projekten verstehen sich die Hessischen Europaschulen als Orte der pädagogischen Innovation unter Berücksichtigung aktueller geo- und bildungspolitischer Entwicklungen.

...auf nationaler und internationaler Ebene

Die Hessischen Europaschulen vernetzen sich untereinander sowie im regionalen, europäischen und globalen Kontext. Die Chancen und Möglichkeiten zum Austausch, die sich durch internationale Bildungsprogramme und Netzwerkformate unter anderem der Europäischen Union (EU), des Europarates sowie der UNESCO ergeben, werden intensiv genutzt. Dabei sind sich die Hessischen Europaschulen ihrer Multiplikationsfunktion bewusst. Sie dokumentieren ihre Erfahrungen und ihr Wissen und teilen ihr Know-how mit anderen Bildungseinrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene.

Reference Framework of Competences for Democratic Culture (RFCDC)“ des Europarats

Der RFCDC des Europarats beschreibt ein Kompetenzmodell mit 20 Demokratiekompetenzen, die für ein demokratisches Zusammenleben in kulturell vielfältigen Gesellschaften von Bedeutung sind. Diese Kompetenzen sind den Bereichen Werte, Haltungen, Fähigkeiten sowie Wissen und kritisches Verstehen zugeordnet.

In den HES wird der RFCDC genutzt, um zentrale Kompetenzen wie kritisches Denken, Konfliktfähigkeit und interkulturelle Dialogfähigkeit systematisch zu fördern und weiter zu entwickeln. Durch die Einbindung des RFCDCs sowie durch die internationale Ausrichtung des Netzwerks werden ganzheitlich angelegte Schulentwicklungsprozesse gestärkt und der fachliche Austausch auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene gefördert. Die HES zählen zu den ersten Bildungseinrichtungen in Europa, die dieses vom Europarat entwickelte Referenzinstrument systematisch in ihre Schulentwicklungsarbeit integrieren. 

Reference Framework of Competences for Democratic Culture (RFCDC)

Deutsche Ausgaben zum Download:

Band 1: Kontext, Konzepte und ModellÖffnet sich in einem neuen Fenster

Band 2: Deskriptoren zu Kompetenzen für eine demokratische KulturÖffnet sich in einem neuen Fenster

Band 3: Leitfaden zur UmsetzungÖffnet sich in einem neuen Fenster

 

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