Digitale Zukunftskompetenzen

Digitale Medien und künstliche Intelligenz prägen den Alltag, das Lernen und die spätere Berufswelt von Kindern und Jugendlichen. Das Bildungschancenpaket baut deshalb schrittweise einen durchgehenden digitalen Bildungsweg von der Grundschule bis zur Sekundarstufe auf. Neue Unterrichtsinhalte, begleitende Materialien und Qualifizierungen unterstützen Schulen und Lehrkräfte bei der Umsetzung.

Im Schuljahr 2027/2028 wird an allen Grundschulen ein verpflichtender Medienführerschein für die Jahrgangsstufe vier eingeführt. Ziel ist es, die Internetkompetenz der Kinder frühzeitig zu stärken und einen sicheren, reflektierten Umgang mit digitalen Medien zu fördern.

Die Unterrichtsmodule behandeln unter anderem die Funktionsweise und Technik des Internets, den Schutz persönlicher Daten und Bilder sowie Tricks und Gefahren im digitalen Raum. Die Inhalte werden in den regulären Unterricht integriert. Begleitende Unterrichtsmaterialien werden auf einer Projektwebsite bereitgestellt. Ein Nachweisheft dokumentiert die von den Kindern erworbenen Kompetenzen.

Die vorbereitenden Fortbildungen für Lehrkräfte starten bereits im Schuljahr 2026/2027 und werden im Newsletter angekündigt.

Mit Fokus auf Medienbildung in den Jahrgangsstufen fünf und sechs

Aufbauend auf dem in Hessen entwickelten und erprobten Fach „Digitale Welt“ führt das Land als erstes Bundesland das weiterentwickelte Schulfach „KI und Digitale Welt“ ein. Es bereitet Kinder frühzeitig und systematisch auf eine zunehmend digital geprägte Lebens- und Arbeitswelt vor. Zum Schuljahr 2027/2028 wird es in der Jahrgangsstufe fünf als verpflichtendes Schulfach eingeführt, zum Schuljahr 2028/2029 folgt die Jahrgangsstufe sechs. Das Fach wird einstündig oder epochal unterrichtet.

Besonders ist seine inhaltliche Breite: Es verbindet Medienbildung, informatische Grundbildung und den reflektierten Umgang mit Systemen künstlicher Intelligenz. Ergänzt wird das Fach durch Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherbildung. Schülerinnen und Schüler lernen damit nicht nur, digitale Technologien anzuwenden, sondern auch deren Funktionsweisen, Chancen und Auswirkungen zu verstehen und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen. Digitale Kompetenzen werden darüber hinaus weiterhin fächerübergreifend im regulären Unterricht vermittelt.

Mit Fokus auf Informatik zwischen den Jahrgangsstufen sieben und zehn

Ab dem Schuljahr 2029/2030 wird das Pflichtfach „KI und Digitale Welt“ mit dem Fokus auf Informatik eingeführt. Das einstündige Angebot ist im Wahl- und Wahlpflichtunterricht verankert. Die Belegverpflichtung gilt jeweils in einem der beiden Jahre:

  • an Haupt- und Realschulen in der Jahrgangsstufe sieben oder acht,
  • an Gymnasien und in gymnasialen Zweigen in der Jahrgangsstufe neun oder zehn.

Die Schülerinnen und Schüler lernen, Informatiksysteme und künstliche Intelligenz reflektiert und verantwortungsvoll zu nutzen. Das Angebot leistet einen wesentlichen Beitrag zur informatischen Grundbildung, unterstützt die berufliche Orientierung und bereitet gezielt auf weiterführende Bildungsgänge im MINT-Bereich sowie auf die Berufswelt vor. Inhaltlich knüpft es an „KI und Digitale Welt“ in den Jahrgangsstufen fünf und sechs an und führt den informatischen Bildungsweg bis zur gymnasialen Oberstufe fort.

Zur Vorbereitung auf das verpflichtende Informatikangebot startet bereits im Schuljahr 2026/2027 eine begleitende, mehrjährige Qualifizierungsoffensive für Lehrkräfte. Die Kerncurricula werden bis zum Schuljahr 2028/2029 fertiggestellt. Damit werden die fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Einführung im Schuljahr 2029/2030 schrittweise geschaffen.