Hessen investiert weiter kräftig in die Bildung seiner Kinder und Jugendlichen. Auf den Rekordbildungsetat 2026 von 6,2 Milliarden Euro setzt die Landesregierung in diesem Jahr noch das Bildungschancenpaket oben drauf – für eine noch gezieltere Unterstützung.
Um das zu erreichen, werden bis zum Ende der Legislatur zusätzlich 50 Millionen Euro eingesetzt – und für die dauerhaften Maßnahmen 680 Lehrkräftestellen finanziert.
Im Fokus: die Verbesserung der Schlüsselkompetenzen, das Fitmachen junger Menschen für eine digitale Welt mit künstlicher Intelligenz, breite Bildungsperspektiven für alle sowie das klare Bekenntnis zu Leistung und Motivation.
Hessen, das Land mit den wenigsten Schulabbrechern, orientiert sich auch mit dem neuen Paket an Erkenntnissen der Bildungsforschung und aktueller wissenschaftlicher Studien.
Bildungschancenpaket
Erfolgreich lernen – unsere Welt verstehen – alle Kinder mitnehmen
Grundkompetenzen und individuelle Förderung
Sprachliche Basiskompetenzen sind Grundlage für das gesamte Lernen: Sie werden nicht nur im Deutschunterricht benötigt, sondern in Mathematik ebenso wie in allen weiteren Fächern. Eine zusätzliche Deutschstunde (damit sieben pro Woche in der ersten Klasse) stärkt den Lese- und Schreiberwerb und schafft Raum für weitere intensive Übungs- und Förderphasen. So werden in der Grundschule (1. bis 4. Klasse) 26 Stunden pro Woche Deutsch unterrichtet. Zeitpunkt: ab dem Schuljahr 2028/2029.
Im Mittelpunkt der täglichen Lesezeit (20-25 Minuten) steht die Förderung der Leseflüssigkeit als Grundlage für das Textverstehen: Kinder sollen damit komplexere Texte lesen, Informationen erschließen und selbstständig Wissen erwerben können. Zeitpunkt: ab dem 2. Schulhalbjahr 2026/27 Pilot an 100 Grundschulen aus dem Startchancenprogramm, ab dem Schuljahr 2028/29 verpflichtend für alle Grundschulen.
Übung und Vertiefung durch maßgeschneiderte Aufgaben, gemäß dem jeweiligen Lerntempo. Zeitpunkt: ab Schuljahr 2027/2028, mit Fokus auf die Sekundarstufe.
Einmal in der Woche erhalten Kinder, die zu Schulbeginn noch nicht über die notwendigen Grundlagen für einen erfolgreichen Einstieg in den Mathematikunterricht verfügen, in Kleingruppen eine zusätzliche Förderstunde. Zeitpunkt: ab Schuljahr 2027/2028 verpflichtend in Jahrgangsstufe 1, ab Schuljahr 2028/2029 verpflichtend in Jahrgangsstufe 2.
Geplant ist ein Vertiefungstraining mit Materialien für grundlegende mathematische Basiskompetenzen und Grundrechenarten (zum Beispiel 3 x 15 Minuten in der Woche). Damit werden diese frühzeitig systematisch gefördert und gefestigt. Zeitpunkt: ab Schuljahr 2027/2028 Pilotphase in Jahrgangsstufe 1 (im Schuljahr 2028/2029 verpflichtend), ab Schuljahr 2028/2029 Pilotphase in Jahrgangsstufe 2 und 5 (Schuljahr 2029/2030 verpflichtend).
Fördern und Fordern durch ergänzendes Angebot für Schülerinnen und Schüler mit Bedarf zur Stärkung der Basiskompetenzen (einstündig). Zeitpunkt: Pilotphase ab Schuljahr 2028/2029, flächendeckende freiwillige Einführung ab Schuljahr 2029/2030.
Die digitale Plattform hat passende Aufgaben für jeden Lernstand und kann flexibel in verschiedenen Unterrichtsphasen eingesetzt werden – von der Einführung und Erarbeitung neuer Inhalte über Hausaufgaben bis zur Übung und Vertiefung. Durch maßgeschneiderte Aufgaben und interaktive Tafelbilder unterstützt sie Lehrkräfte dabei, Lernprozesse differenziert zu begleiten. Schülerinnen und Schüler erhalten unmittelbare Rückmeldungen und können in ihrem eigenen Tempo arbeiten. Zeitpunkt: ab sofort.
Für die Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts stehen verschiedene Fortbildungen für Lehrkräfte zur Verfügung. Darunter das umfassende, dreijährige Angebot „QuaMath“, das sich an alle Schulformen richtet.
Für die Stärkung von Bildungsaufstieg und individueller Förderung wird die Zuweisung nach Sozialindex-Kriterien noch bedarfsgerechter gestaltet. In zwei Tranchen werden in den Schuljahren 2027/2028 und 2028/2029 jeweils 100 Stellen zusätzlich für die Schulen eingebracht. Damit sind es dann 550 Stellen nach Sozialindex-Zuweisung.
Digitale Zukunftskompetenzen
Wie funktioniert das Internet? Was passiert, wenn private Bilder weitergeschickt werden? Wo lauern Gefahren in sozialen Medien? Mit dem Medienführerschein für Kinder findet eine frühzeitige Förderung für mehr Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien statt. Zeitpunkt: Start für alle Grundschulen/Grundstufen im Schuljahr 2027/28 im Rahmen des Unterrichts, mit Nachweisheft.
mit Fokus auf Medienbildung in den Jahrgangsstufen 5 und 6 als verpflichtendes Schulfach
Das deutschlandweit einmalige Angebot, das bis zum vergangenen Schuljahr in Hessen an Pilotschulen unterrichtet wurde, vereint Medienbildung, Einstieg in Informatikwissen und reflektierte Nutzung der Systeme zur Nutzung künstlicher Intelligenz und wird jetzt um Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherbildung ergänzt. Zeitpunkt: ab dem Schuljahr 2027/2028 in Jahrgangsstufe 5, ab dem Schuljahr 2028/2029 auch in Jahrgangsstufe 6 (einstündig).
mit Fokus auf Informatikzwischen Jahrgangsstufe 7 und 10
Vermittlung zum reflektierten, verantwortungsvollen Umgang mit Informatiksystemen und künstlicher Intelligenz (KI). Wesentlicher Beitrag zur Grundbildung in Informatik, zur fundierten beruflichen Orientierung und zur gezielten Vorbereitung auf weiterführende Bildungsgänge im MINT-Bereich. Zeitpunkt: ab dem Schuljahr 2029/2030, Belegverpflichtung (einstündig) im Rahmen des Wahl- und Wahlpflichtunterrichts (Haupt- und Realschulen Jahrgangsstufe 7/8; Gymnasium Jahrgangsstufe 9/10).
Leistung stärken und würdigen
Unter dem Namen Talente-Campus wird ein erfolgreich eingeführtes Akademie-Angebot auf alle 15 Schulamtsbezirke ausgerollt – zur außerschulischen Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher in allen Begabungsbereichen. Der Campus dient vor allem als Netzwerk zur Vermittlung von Förderangeboten.
Zum Ende des Schuljahres 2026/2027 werden die besten Absolventinnen und Absolventen der Bildungsgänge Hauptschule, Realschule und Gymnasium landesweit für ihre Leistungen geehrt. Dabei wird auch gesellschaftliches Engagement berücksichtigt. Die Ehrung wird künftig jährlich stattfinden.
Mit dem Schuljahr 2026/2027 wird der erfolgreich eingeführte Landesfinaltag (Indoor) im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ um eine zweite Veranstaltung für Outdoor-Sportarten erweitert. Damit bekommt der schulische Sportnachwuchs größere Aufmerksamkeit und die herausragenden Leistungen werden angemessen gewürdigt.