Gedenkstättenbesuche wirksam vor- und nachbereiten

Historische Lernorte bieten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Geschichte unmittelbar zu erfahren, Fragen zu stellen und die Vergangenheit in ihrer Bedeutung für die Gegenwart zu reflektieren. In diesem Schuljahr bietet die Hessische Lehrkräfteakademie zwei Fortbildungsreihen an, die Lehrkräfte bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung entsprechender Besuche unterstützen.

Im Mittelpunkt stehen innovative Ansätze der Gedenkstättenpädagogik und die Frage, wie außerschulische Lernerfahrungen didaktisch fundiert begleitet und wirksam mit dem Unterricht verbunden werden können. Die Angebote richten sich insbesondere an Lehrkräfte der Fächer Geschichte, Gesellschaftslehre sowie Politik und Wirtschaft.

Der 2025 eröffnete Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen macht deutsche Demokratiegeschichte an einem authentischen Ort erfahrbar. Über Jahrzehnte wurden dort die Aufnahme und Integration von Vertriebenen, DDR-Flüchtlingen und Geflüchteten gestaltet und gesellschaftlich verhandelt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen den historischen Ort und seine Bildungsangebote kennen, erproben geeignete Methoden und erhalten Anregungen für die Vor- und Nachbereitung mit Schulklassen. Ergänzend wird thematisiert, wie schulische Erinnerungspraxis gestaltet und dauerhaft verankert werden kann.

Die Fortbildungsreihe umfasst zwei Online-Nachmittage und einen Präsenztag in Gießen. Begleitet wird sie von Fachpersonen aus den Bereichen Geschichte und Demokratiebildung sowie von Mitarbeitenden des Lern- und Erinnerungsortes.

Terminübersicht

  • Modul 1: Einführung (online)
    Dienstag, 15. September, 15.00 bis 17.30 Uhr
     
  • Modul 2: Fortbildungstag im Notaufnahmelager Gießen
    Samstag, 31. Oktober, 10.30 bis 16.30 Uhr
     
  • Modul 3: Abschluss (online)
    Termin noch offen, 15.00 bis 17.30 Uhr

Adam von Trott gehörte zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus und war an den Vorbereitungen des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 beteiligt. An seinem ehemaligen Familiensitz in Imshausen widmet sich heute ein Begegnungs- und Lernort seinem Leben, seinem politischen Denken und der Bedeutung widerständigen Handelns für die Demokratie.

Die Fortbildungsreihe vermittelt praxisnahe Methoden für die Arbeit an historischen Lernorten und zeigt anhand eines Best-Practice-Beispiels, wie Gedenkstättenfahrten in der schulischen Erinnerungskultur und der Schulentwicklung verankert werden können.

Das Angebot umfasst zwei Online-Nachmittage und zwei Präsenztage in Imshausen. Begleitet wird es von Fachpersonen aus den Bereichen Geschichte sowie Politik und Wirtschaft und vom Studienleiter des Begegnungs- und Lernortes der Adam-von-Trott-Stiftung.

Terminübersicht

  • Donnerstag, 19. November, 15.00 bis 18.00 Uhr
  • Samstag, 20. Februar, 11.00 bis 18.00 Uhr
  • Sonntag, 21. Februar, 09.00 bis 16.00 Uhr