Minister Schwarz spricht an einem Podest in ein Mikrofon

Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Mit verlässlichem Rahmen und neuen Projekten ins Schuljahr 2026/2027

Bildungsminister Schwarz: „Wir verbinden Innovation und Dynamik mit einem realistischen Blick und der Verantwortung für die bestmögliche Bildung unserer Kinder.“

Im verlässlichen Rahmen für Unterricht und Ganztag, mit einem datengesteuerten Innovationsschub für eine zeitgemäße, noch individuellere Förderung der Schülerinnen und Schüler und dem verstärkten Fokus auf die Verbesserung der Grundkompetenzen von Kindern startet Hessen in das neue Schuljahr 2026/2027. 

Dazu werden trotz herausfordernder Finanzlage neue Bildungsvorhaben auf den Weg gebracht. Obendrein stimmt die Landesregierung derzeit das angekündigte Bildungspaket ab, das in der zweiten Hälfte der Legislatur und darüber hinaus weitere Impulse in Kernbereichen setzen wird.

Bildungsminister Armin Schwarz: „Wir verbinden Innovation und Dynamik mit einem realistischen Blick und der Verantwortung für die bestmögliche Bildung unserer Kinder. Auf uns können sich die Eltern auch in herausfordernden Zeiten verlassen. Die Tatsache, dass wir jetzt das Land sind mit den wenigsten Schulabbrechern, bestätigt unseren klaren Kurs und Kompass.“

Nachdem Maßnahmen wie eine Deutschstunde mehr in allen zweiten Klassen, die Einführung der Smartphone-Schutzzonen oder eine Verstärkung der Werte- und Demokratiebildung jetzt im Schulbetrieb greifen, geht es in diesem Schuljahr auch um ein umfassendes Pilotprojekt. Das dient dazu, neue pädagogische Konzepte, Technologien oder Organisationsformen in einem kleinen, kontrollierten Rahmen auf Alltagstauglichkeit zu testen, bevor Vorhaben flächendeckend eingeführt werden.

Nr. 1: Individuellere Förderung durch Daten-Innovation:

Mit der gezielten Nutzung erhobener Daten zu schulischen Leistungen von Schülerinnen und Schülern werden Lehrkräfte unterstützt, ihren Unterricht noch effektiver auf die individuelle Förderung der Kinder auszurichten. Zudem dienen die Daten einer systematischen Weiterentwicklung von Schulen und der Begleitung durch die Bildungsverwaltung. Hessen startet mit dem Fach Mathematik. Ganz konkret erproben von diesem Schuljahr an 60 Pilotschulen die Umsetzung. 30 waren schon im Frühjahr gestartet – mit sehr positiver Resonanz.

  • Statt zwei verpflichtenden Lernstandserhebungen in der dritten und achten Klasse in verschiedenen Fächern (wie bisher an allen Schulen) werden die Pilotschulen fünf Lernstandserhebungen in der dritten, vierten, fünften, achten und neunten Klasse in Mathematik durchführen,
  • darüber hinaus stehen den Pilotschulen digitale Diagnose- und Förderinstrumente zur Verfügung – wie das Lernsystem „bettermarks“ oder der „Mathe sicher können – Online-Check“, über die Lehrkräfte weitere Rückmeldung erhalten. Es gilt immer: keine Diagnostik ohne Förderung,
  • Personal der Schulaufsicht, Schulleitungen und Lehrkräfte erhalten derzeit Qualifizierungen in der Datennutzung,
  • wissenschaftlicher Austausch besteht mit Hochschulen wie der Rheinland-Pfälzischen Universität in Landau, der Deutschen Akademie für Pädagogische Führungskräfte an der TU Dortmund und dem Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation,
  • die Umsetzung der datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung ist seit dem 1. August im Schulgesetz verankert,
  • die Pilotphase läuft bis zum Ende des Schuljahres 2026/2027. Eine begleitende Evaluation gewonnener Erkenntnisse bildet die Grundlage für die geplante Ausweitung.  

Nr. 2: Stärkung von Kompetenzen in Mathematik und Deutsch:

Nach dem erfolgreichen Start im Mai an den ersten Schulen wird die Nutzung des intelligenten Online-Lernsystems „bettermarks“ für Mathematik ausgeweitet. Das Lernsystem wurde ergänzt und ermöglicht jetzt auch Erhebungen zum Lernstand. Die Studienseminare der Lehrkräfteakademie können „bettermarks“ zudem mit diesem Schuljahr für den Vorbereitungsdienst (Referendariat) der jungen Lehrerinnen und Lehrer einsetzen. Die digitale Plattform bietet passende Aufgaben für jeden Lernstand. Das System kann flexibel in verschiedenen Unterrichtsphasen eingesetzt werden – von der Einführung und Erarbeitung neuer Inhalte über Hausaufgaben, zur Übung und Vertiefung. Durch maßgeschneiderte Aufgaben und interaktive Tafelbilder unterstützt es Lehrkräfte dabei, Lernprozesse zu gestalten und differenziert zu begleiten. Schülerinnen und Schüler erhalten unmittelbare Rückmeldungen und können in ihrem eigenen Tempo arbeiten – eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige Lernfortschritte.

Tägliche Lesezeit in der Grundschule: Zum zweiten Schulhalbjahr wird die Deutschförderung für die Jahrgangsstufen drei und vier um eine feste tägliche Lesezeit von 20 bis 25 Minuten ergänzt. Damit starten zur Erprobung 100 Grundschulen. Die Schulen können selbst festlegen, wann die Lesezeit in den Schulalltag integriert wird. Sie findet fachunabhängig statt und ist damit nicht auf den Deutschunterricht beschränkt. Für die Lesezeit werden den Lehrkräften gesonderte Materialien zur Verfügung gestellt, die die Grundlage für die verschiedenen Leseverfahren bilden.  Damit werden die Lesefertigkeiten und die Lesemotivation der Kinder gefördert.

Nr. 3: Start des Rechtsanspruchs im Ganztag

Für umfassende Ganztagsangebote bringt das Land 5.750 Lehrkräftestellen ein – davon 370 zum kommenden Schuljahr. Das entspricht einem Finanzvolumen von rund 300 Millionen Euro. Für den beginnenden Rechtsanspruch für die ersten Klassen, den die Kommunen vor Ort gewährleisten, sind die Schulen in Hessen dank des frühzeitigen und konsequenten Ausbaus gut gerüstet. Das zeigt sich in einer guten Abdeckung: 96 Prozent aller Schulen arbeiten im Ganztagsprogramm des Landes. 97 Prozent der Grundschulen gehören einem der Ganztagsprofile an. Es wird auf Grundlage des Ausbaus davon ausgegangen, dass jedem Kind in der ersten Klasse, dessen Eltern es möchten, ein Ganztagsplatz zur Verfügung gestellt werden kann. 

Der Ganztag ist ein wichtiger Lebensraum für Kinder, die eine feste Struktur bekommen und eine Förderung und pädagogische Begleitung erhalten. Dabei stehen für Hessen besonders die Förderung von Kernkompetenzen in Deutsch und Mathematik, eine Einbindung zukunftsrelevanter Themen wie Medienbildung, Umgang mit KI, Wertevermittlung, Antisemitismusbekämpfung, Gesundheit und Wohlbefinden stärken, Sport, Ernährung, psychische Gesundheit sowie Kooperationen mit kulturellen und sportlichen Vereinen im Fokus. Das erprobte Pilotprojekt „Digitale Welt“ wird ab diesem Schuljahr in den Ganztag überführt und damit allen Schulen als Angebot zugänglich gemacht. Dazu wird das Unterstützungsangebot für Lehrkräfte umfassend ausgebaut. Mit der Goethe-Universität in Frankfurt wurde eine zentrale Unterrichtsplattform entwickelt. So werden die Schulen bestmöglich bei der Umsetzung des Projekts unterstützt und neuen Schulen die Einführung des Angebots im Ganztag besonders leicht gemacht.

Nr. 4: Unterrichtsversorgung

Die Unterrichtsversorgung in Hessen bleibt stabil. Fast 67.000 Lehrkräfte arbeiten an den Schulen und sichern die pädagogische Qualität. Die Investitionen in die Bildung sind um 370 Millionen Euro auf 6,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Personalgewinnung läuft auf Hochtouren. 1.200 gerade ausgebildete Lehrkräfte starten in den Schuldienst, 3.850 befinden sich derzeit im Vorbereitungsdienst (Referendariat). Durch die Einstellung von Pensionärinnen und Pensionären, Verlängerungen der Dienstzeit, Aufstockung der Teilzeit oder Teilzeit in Elternzeit konnten für dieses Schuljahr weitere erfahrene Lehrkräfte – im Umfang über 820 Stellen – gewonnen werden. Die gute Resonanz auf die Quereinstiegs- und Weiterbildungsprogramme für Akademiker bleibt erhalten. Hervorzuheben ist:

  • 40.950 Lehrkräftestellen decken in Hessen die Versorgung des Grundunterrichts in den Schulen ab,
  • hinzu kommt ein Aufschlag von 15.750 Stellen für ein weites Netz von Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler bis hinein in den Ganztag,
  • dieser Aufschlag von 38,5 Prozent setzt direkt bei den Kindern an,
  • dazu gehören unter anderem 3.400 Stellen für die Deutschförderung, 3.050 Stellen für sonderpädagogische Unterstützung, 1.140 für sozialpädagogische Begleitung und 350 Stellen nach Sozialindex,
  • das Finanzvolumen dieses Fördernetzes beträgt mehr als eine Milliarde Euro im Jahr.
  • Beispiel Deutschförderung: Allein hier sind innerhalb von fünf Jahren mehr als 700 Stellen mehr geschaffen worden – ohne Einbeziehung der Investitionen in die Deutsch-Intensivklassen für geflüchtete oder zugewanderte Kinder,
  • Beispiel Ganztag und Förderung von Kindern: Hier sind innerhalb von fünf Jahren fast 1.800 Stellen mehr geschaffen worden, darunter 370 zum kommenden Schuljahr (insgesamt 5.750),
  • Die Gesamtzahl der Lehrkräftestellen bleibt stabil auf einem hohen Niveau mit insgesamt rund 61.600. 

Das passiert noch in diesem Schuljahr:

  • An ersten Schulen beginnt der neue konfessionell-kooperative Religionsunterricht. Evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler lernen gemeinsam – und setzen sich dabei bewusst sowohl mit den Gemeinsamkeiten als auch mit den Unterschieden zwischen den beiden Konfessionen auseinander.
  • Das neue Schulgesundheitsmobil ergänzt die Angebote des Hessischen Kompetenzzentrums Gesunde Schule und unterstützt Lehrkräfte und schulisches Personal direkt vor Ort mit Angeboten zu mentaler Gesundheit, Bewegung, Ernährung und Gesundheitsvorsorge.
  • An mehr als 560 weiterführenden Schulen haben Schülerinnen und Schüler bereits gelernt, wie sie im Notfall einen Menschen wiederbeleben können. Bis zum Ende des Schuljahres werden seit Beginn des Projekts voraussichtlich rund 120.000 Jugendliche erreicht. Alle Jugendlichen in Hessen werden in der Jahrgangsstufe sieben Wiederbelebungsunterricht erhalten.
  • Das Angebot der Bundeswehr-Jugendoffiziere wird ausgeweitet. Im Schuljahr 2025/2026 nahmen mit rund 8.300 Schülerinnen und Schülern mehr Jugendliche an Vorträgen zur politischen Bildung und Planspielen teil. Mit vielen Schulen bestehen regelmäßige Kooperationen.
  • Mit dem Kulturbus können Schulen gerade aus dem ländlichen Raum weiterhin kostenfreie Fahrten zu kulturellen Orten, Einrichtungen sowie Gedenkstätten in Hessen unternehmen.

Schuljahr in Zahlen

  • Schülerinnen und Schüler gesamt: 809.000 (2025: 803.000)
  • Einschulung in die erste Klasse:  58.400 (2025: 57.970)
  • Lehrkräfte: rund 67.000
  • Lehrkräfte in Schulen nach Abschluss des Referendariats: 1.200 (2025: 1.100)
  • Lehrkräfte im Referendariat: 3.850 (2025: 3.645)
  • Öffentliche Schulen: 1.808
  • Kinder in verpflichtenden Deutschkursen vor der Einschulung: Prognose 17.000 (2025: 17.442)
  • Zugewanderte und geflüchtete Kinder/Jugendliche in Intensivklassen zur Deutschförderung: Prognose zwischen 13.000 und 15.000 (2025/2026: 21.300)
  • Ganztag: 96 Prozent der öffentlichen Schulen mit Ganztagsangeboten (2025: 87 Prozent)