Minister Schwarz liest einem Kind vor

Priorität für Lesen, Schreiben und Rechnen

Im Bildungschancenpaket hat die Förderung von Grundkompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen Priorität. In den kommenden Schuljahren stärken gleich mehrere Maßnahmen diese Fähigkeiten insbesondere in den frühen Schuljahren.

Die Maßnahmen

Die Bildungssprache Deutsch ist der Schlüssel zur erfolgreichen Schulzeit. Ab dem Schuljahr 2028/2029 erhalten daher alle ersten Klassen verpflichtend eine zusätzliche Deutschstunde in der Stundentafel. Sie schafft insbesondere Raum für weitere intensive Übungs- und Förderphasen. In den ersten Klassen haben die Kinder dann sieben Stunden Deutschunterricht in der Woche.

Im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2026/2027 startet die zusätzliche tägliche Lesezeit für die Jahrgangsstufen 3 und 4 an 100 Grundschulen aus dem Startchancenprogramm. Ab dem Schuljahr 2028/2029 ist sie für alle Grundschulen in Hessen verpflichtend.

In täglich 20 bis 25 Minuten soll mit Texten und Materialien, die zu Jahrgangsstufe und Lernstand passen, mehr gelesen werden. Das kann nicht nur im Deutschunterricht, sondern auch in anderen Fächern geschehen. Zum Einsatz kommen unter anderem Lautleseverfahren wie das Lautlesetandem, das wiederholte Lesen und das Vorlesetheater. Im Mittelpunkt steht die Förderung der Leseflüssigkeit als Grundlage für Textverstehen.

Mathematik fördert logisches Denken und ist wesentliche Grundlage für erfolgreiches Lernen. Ab dem Schuljahr 2027/2028 werden in Jahrgangsstufe 1 daher verpflichtende Förderstunden für Kinder, die besondere Unterstützung in Mathematik benötigen, eingeführt. Ab 2028/2029 folgt die Einführung in Jahrgangsstufe 2. Die Stunden finden zusätzlich zum regulären Unterricht in Kleingruppen statt. Ab dem Schuljahr 2028/2029 kommen außerdem freiwillige Mathematik-Basiskurse in den Jahrgangsstufen 5 und 6 hinzu, die ebenfalls ein ergänzendes Unterstützungsangebot außerhalb des Fachunterrichts darstellen. Sie sollen gezielt Basisfähigkeiten in Mathematik fördern und festigen. 

Die Mathezeit ist ein Vertiefungstraining für die Grundrechenarten. Mit speziellen Materialien und systematischem Wiederholen trägt sie dazu bei, Lernrückstände abzubauen und den weiteren Lernprozess zu unterstützen. Bis zum Schuljahr 2029/2030 wird sie nach und nach eingeführt und dann für die Klassenstufen 1, 2 und 5 verpflichtend.

Um auch die Lehrkräfte besonders für die Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts zu schulen, stehen qualitativ hochwertige Fortbildungsangebote für Lehrkräfte zur Verfügung, darunter das dreijährige Angebot „QuaMath“ für alle Schulformen.

Die Digitalisierung bringt eine Vielzahl von Möglichkeiten mit sich, im Unterricht gezielter und individueller zu fördern. Daher werden zukünftig vermehrt digitale Lernsysteme mit passenden Aufgaben für jeden Lernstand und direkten Rückmeldungen an die Schülerinnen und Schüler eingesetzt. Ein Beispiel ist das Lernsystem „bettermarks“ in Mathematik, das ab sofort für die Jahrgänge 3 bis 13 auf alle Schulen ausgeweitet wird.

Für das Fach Deutsch ist ab dem Schuljahr 2027/2028 der schrittweise Aufbau eines digitalen Lernsystems zur Übung und Vertiefung durch maßgeschneiderte Aufgaben, gemäß dem jeweiligen Lerntempo, geplant. 

Für die Stärkung von Bildungsaufstieg und individueller Förderung wird die Zuweisung nach Sozialindex-Kriterien noch bedarfsgerechter gestaltet. Dafür werden in den kommenden beiden Schuljahren insgesamt 200 zusätzliche Lehrerstellen für die Schulen eingebracht. Damit sind es dann 550 Stellen nach Sozialindex.