Fachforen 1-21

Folgende Fachforen können während des Programmpunkts "Fachforen I" am Fachtag Geistige Entwicklung gewählt werden.

Fachforum 1

11:30 Uhr und 13:30 Uhr

Deeskalationsstrategien und Handlungsleitfaden für herausfordernde Verhaltensweisen bei Schülerinnen und Schülern mit Autismus

Yvonne Brunk, August-Wilhelm-Mende-Schule (Bebra)

Wie kann ein gemeinsames Vorgehen im Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Schülerinnen und Schülern mit Autismus entwickelt und im Schulalltag verankert werden? Seit etwa vier Jahren stellt herausforderndes Verhalten, insbesondere bei Schülerinnen und Schülern mit Autismus einen zentralen Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit der August-Wilhelm-Mende-Schule dar. Um Handlungssicherheit zu schaffen und ein einheitliches Vorgehen zu etablieren, wurde ein schulspezifischer Handlungsleitfaden für Deeskalationsstrategien im Kontext von Autismus entwickelt.  Dieser bündelt vorhandene Maßnahmen, räumliche und materielle Ressourcen sowie personelle Unterstützungsmöglichkeiten.

Der Beitrag gibt Einblicke in die Entwicklung des Leitfadens und zeigt auf, wie schulische Strukturen genutzt werden können, um Schülerinnen und Schüler mit Autismus bedarfsgerecht zu begleiten und den Umgang mit herausfordernden Situationen gemeinsam weiterzuentwickeln.

 

Schulsozialarbeit – Wenn Unterstützung zum System wird.

Daniel Bollerhey-Neunes und Nelly Winkelhöfer, Schule am Dom (Fritzlar)

Wie kann eine Förderschule durch die gezielte Entscheidung für Schulsozialarbeit neue Unterstützungsmöglichkeiten schaffen und den Schulalltag nachhaltig entlasten? Die Schule am Dom hat sich auf den Weg gemacht, Schulsozialarbeit als festen Bestandteil ihrer schulischen Arbeit zu etablieren. Um diese Ressource zu ermöglichen, wurden innerhalb der Schule Prioritäten neu gesetzt und andere Bereiche zugunsten dieser Unterstützungsmöglichkeit angepasst.

Die Entscheidung für Schulsozialarbeit hat sich als wertvolle Ergänzung im schulischen Alltag erwiesen: Schülerinnen und Schüler werden in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung gestärkt, Eltern erhalten Unterstützung und Lehrkräfte werden durch Beratung, Begleitung und die Übernahme sozialpädagogischer Aufgaben spürbar entlastet.

Heute bildet die Schulsozialarbeit ein verlässliches Unterstützungssystem mit Einzel- und Kleingruppenangeboten, Krisenintervention, präventiven Trainings und einer engen Zusammenarbeit mit Eltern, Kollegium sowie externen Partnern aus Jugendhilfe, Polizei, Schulpsychologie und Beratungsstellen. Der Beitrag zeigt den Weg der Implementierung, die daraus entstandenen Veränderungen und die Wirkung einer Ressource, die den Schulalltag nachhaltig bereichert.

 

Fachforum 2

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

„Intensive Interaction“ in Theorie und Praxis – Wie bekomme ich Kontakt zu Dir?

Manuel  Petry und Maria Frohnapfel, Vinzenz-von-Paul-Schule (Hünfeld) und Beate Braun, Leiterin Landesnetzwerk Unterstützte Kommunikation

Wie gelingt Interaktion mit Schülerinnen und Schülern, die scheinbar kaum Kontakt zu anderen aufnehmen? Der Ansatz „Intensive Interaction“ eröffnet neue Wege, um Kommunikation entstehen zu lassen. „Intensive Interaction“ ist ein videobasierter praxisorientierter Lern- und Kommunikationsansatz zur basalen Kommunikationsanbahnung. Zielgruppe sind stark beeinträchtigte Schülerinnen und Schüler, auch mit Autismus. Durch „Intensive Interaction“ wird Beziehung gestaltet, die sich an natürlichen Entwicklungsprozessen orientiert. Dabei steht im Mittelpunkt die Frage, wie erste Formen von Beziehung und Kommunikation aufgebaut und weiterentwickelt werden können – auch über kleinste Zeichen, Reaktionen und Signale.

Der Beitrag gibt eine kurze Einführung in den Ansatz und zeigt anschließend wie die Vincenz-von-Paul Schule ihn in Ihrer Förderung von Schülerinnen und Schülern aufgreift und durch achtsame Begegnung Beziehung gestaltet sowie die wechselseitige Kommunikation Schritt für Schritt erweitert.

 

Fachforum 3

11:30 Uhr und 13:30 Uhr

Struktur schafft Möglichkeiten – Die Känguru-Klasse als Lernort für Schülerinnen und Schüler mit Autismus

Alina Burkart und Astrid Meyer, Hermann-Schuchard-Schule (Schwalmstadt)

Wie können Lernumgebungen gestaltet werden, damit Schülerinnen und Schüler mit Autismus erfolgreich lernen, selbstständiger werden und am schulischen Alltag teilhaben können? Das Fachforum gibt Einblicke in das Konzept der „Känguru-Klasse“, das für Schülerinnen und Schüler mit Autismus und weiteren Unterstützungsbedarfen entwickelt wurde. Vorgestellt werden im Vorfeld getroffene pädagogische und organisatorische Maßnahmen sowie daraus resultierende Rahmenbedingungen, die eine individuelle Förderung sowie die Teilhabe am schulischen Lernen ermöglichen.

Schwerpunkte bilden die Gestaltung strukturierter Lernumgebungen, der Einsatz von Unterstützter Kommunikation, die Orientierung am TEACCH-Ansatz (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children) sowie die Bedeutung von Ritualen und klaren Tagesstrukturen.

Anhand praxisnaher Beispiele werden Möglichkeiten der Förderung von Selbstständigkeit, Kommunikation und sozialer Teilhabe aufgezeigt. Die Teilnehmenden erhalten Impulse für die Gestaltung einer lernfördernden und lernförderlichen Unterrichtsumgebung.

 

Fachforum 4

11:30 Uhr und 13:30 Uhr

Verhalten ist Kommunikation! Verhalten verstehen, begegnen und begleiten
Vanessa Dienst, Landesnetzwerk Unterstütze Kommunikation

Wie kann es gelingen, dass wir Verhalten verstehen, diesem angemessen begegnen und es fördernd begleiten? Die „Beratungstasche Herausforderndes Verhalten“ und das Instrument „Diagnostik und Interventionsplanung Herausforderndes Verhalten“ (DIP HV) der UK-Couch bieten zwei prozessbegleitende Ansätze dazu. Was steht hinter diesen Konzepten? Es geht darum Verhalten zu entschlüsseln und Krisen zu vermeiden. Haltung,
Wissen, Diagnostik und ein unaufgeregter Umgang mit herausforderndem Verhalten sind dabei wichtige Leitplanken.

Innerhalb dieses Beitrags kann ein kurzer Einblick in die theoretischen Hintergründe der beiden Ansätze gewonnen werden. Die Beratungstasche sowie der DIP-HV und das dazugehörige Material liegen zur Ansicht aus.

 

Fachforum 5

11:30 Uhr

„All means all.“ – von der Haltung zur Praxis

Ina Cosseddu, Christine Kettemann und Claudia Niebuhr, Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Wiesbaden)

Wie gelingt Unterricht, der alle Schülerinnen und Schüler erreicht – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen? Mit dieser Frage reagierte die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Wiesbaden) als Schule mit dem Förderschwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung auf eine veränderte Zusammensetzung ihrer Schülerschaft. Die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Zahl von Schülerinnen und Schülern mit komplexen Beeinträchtigungen, herausforderndem Verhalten sowie im Bildungsgang Geistige Entwicklung machte ein Umdenken in der Unterrichtsorganisation erforderlich.

Im Mittelpunkt des Schulentwicklungsprozesses stand das Ziel, Unterricht konsequent an den unterschiedlichen Bedarfen der Lernenden auszurichten. Dafür wurden stufenspezifische Konzepte entwickelt, die neue Strukturen für Lernen und Teilhabe schaffen.

Der Beitrag gibt Einblicke in den Schulentwicklungsprozess und lädt dazu ein, gemeinsam zu diskutieren, wie Unterricht unter veränderten Rahmenbedingungen für alle Schülerinnen und Schüler wirksam gestaltet werden kann.

 

Fachforum 6

11:30 Uhr

Förderschwerpunkt Sehen für alle Schülerinnen und Schüler mit FS GE?

Stefanie Paust und Stephan Lux, Johann-Peter-Schäfer-Schule (Friedberg), Melanie Böhm-Schwalbach, Hermann-Herzog-Schule (Frankfurt)

Wie beeinflussen Sehbeeinträchtigungen und zerebrale visuelle Wahrnehmungsstörungen (CVI) das Lernen, die Orientierung und die Teilhabe von Schülerinnen und Schülern im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung? Dieses Fachforum zeigt auf, welche Bedeutung eine klare visuelle Orientierung und Struktur für den Schulalltag haben – von der Gestaltung des Schulgebäudes über die Raumausstattung bis hin zur Unterrichtsplanung. Anhand der Überschneidungen mit ADHS und Autismus wird verdeutlicht, wie Ansätze aus der Didaktik bei Sehbeeinträchtigung dazu beitragen können, Lernumgebungen übersichtlich zu gestalten und die Orientierung im Unterricht zu erleichtern.

Das Fachforum lädt dazu ein, diese Perspektiven kennenzulernen und gemeinsam zu diskutieren, welche Impulse sich daraus für die Gestaltung von Schule und Unterricht ableiten lassen.

 

Fachforum 7

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Theoriegeleitete Schulentwicklung – Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen in der Kleingruppe

Philipp Schulz und Charlotte Sawatzky, Albert-Schweitzer-Schule (Gießen)

Wie kann Schule den unterschiedlichen Bedürfnissen einer sich wandelnden Schülerschaft gerecht werden? Ausgehend von dieser Frage stellt das Fachforum ein diversitätsorientiertes Schulkonzept vor und verbindet dessen theoretische Grundlagen mit konkreten Erfahrungen aus der schulischen Praxis. Im Fokus steht die im Konzept verankerte Kleingruppenförderung zur Stärkung sozial-emotionaler Kompetenzen. Dabei werden sowohl Herausforderungen bei der Umsetzung als auch die Perspektive der Schülerinnen und Schüler mit Autismus aufgegriffen. Darüber hinaus werden die theoretischen Bezüge des Konzepts vorgestellt, darunter der schAUT-Evaluationsbogen für Schulen (Hümpfer-Gerhards et al. 2024), das Konzept der SOKO Autismus (Häußler et al. 2023) sowie die Skala der Emotionalen Entwicklung (Sappok & Zepperitz 2025). Das Fachforum schließt mit einer fachlich-kritischen Plenumsdiskussion.

 

Fachforum 8

11:30 Uhr und 13:30 Uhr

Das mehrdimensionale Interaktionsmodell des Schriftspracherwerbs (MIAS)
Britta Spiegel, Landesnetzwerk Unterstützte Kommunikation Hessen [und Dr. Stefanie Sachse, Universität zu Köln]

Wie gelingt Schriftspracherwerb, wenn Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen lernen? Im aufgezeichneten Vortrag von Dr. Stefanie Sachse wird ein neues Schriftspracherwerbsmodell vorgestellt: das mehrdimensionale Interaktionsmodell des Schriftspracherwerbs (MIAS). Das Modell bietet einen Überblick über die Entwicklung schriftsprachlicher Fähigkeiten – von ersten Begegnungen mit Schrift bis hin zu einem kompetenten Schriftsprachgebrauch im Jugend- und Erwachsenenalter. Die Entwicklung wird entlang verschiedener Dimensionen skizziert, sodass sich konkrete Hinweise für die Gestaltung von Literacy-Angeboten in Kindergarten, Schule und inklusiven Lernsettings ableiten lassen. Ziel ist es zu zeigen, wie Kinder und Jugendliche – unabhängig von individuellen Voraussetzungen – von Anfang an aktiv Erfahrungen mit Schrift sammeln können. Im moderierten Austausch werden Ideen erarbeitet, wie das Modell sinnvoll umgesetzt und implementiert werden kann.

 

Fachforum 9

11:30 Uhr und 13:30 Uhr

Digitale Medien, Inklusion und Künstliche Intelligenz - Teilhabe ermöglichen, Schule gemeinsam gestalten

Dr. Lea Schulz, Institut für Sonderpädagogik, Europa-Universität Flensburg

Wie können digitale Medien und Künstliche Intelligenz dazu beitragen, Bildungsansprüche einzulösen und zugleich Lehrkräfte zu entlasten? Das Fachforum verbindet die Ebenen der Individualisierung des Lernens und des Lehrens mit Medien. Anhand konkreter Praxisbeispiele erproben wir, wie Künstliche Intelligenz Unterrichtsvorbereitung, Visualisierung und Materialanpassung unterstützt. Ein besonderer Fokus liegt auf Schulentwicklung: Welche Strukturen, welche Onboarding-Maßnahmen und welche Kultur des Teilens brauchen Schulen? Es bleibt Raum für Austausch, Reflexion und die Frage: Was ist mein nächster Schritt?

 

Fachforum 10

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Vom Plan zur Schule – neue Förderschulstandorte gemeinsam entwickeln

Letizia-J. Kreiskott, Förderschule Trebur und Sven Tolksdorf, Schulträger Groß-Gerau

Wie entwickeln Schulträger und Schulleitung gemeinsam einen neuen Schulstandort? Dieses Fachforum beleuchtet den gemeinsamen Entwicklungsprozess von Schulträger und Schulleitung beim Aufbau einer neuen Förderschule. Anhand eines Praxisbeispiels berichten eine Schulleiterin und ein Vertreter des Schulträgers über Planung, Zuständigkeiten, Ausstattungsfragen, den Aufbau eines Kollegiums sowie die Entwicklung tragfähiger Strukturen. Ebenso geht es darum, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler auf diesem Weg mitzunehmen und Übergänge verlässlich zu gestalten.

Das Fachforum bietet praxisnahe Einblicke sowie Raum für Fragen und Erfahrungsaustausch.

 

Fachforum 11

11:30 Uhr und 13:30 Uhr

Strategische Schulentwicklung hin zu multiprofessionellen Strukturen

Jörg Butterweck, Alexander-Schmorell-Schule (Kassel)

Wie lässt sich Unterricht gestalten, wenn mehrere Bildungsgänge und große Heterogenität auf kognitiver, emotionaler und sozialer Ebene in einer Lerngruppe aufeinandertreffen? Dieser Herausforderung begegnet die Alexander-Schmorell-Schule mit einer klar strukturierten multiprofessionellen Teamarbeit: verbindliche Teamtage, regelmäßige Treffen, gemeinsame Förderplanung und die Einbindung von Teilhabeassistenzen und Therapeutinnen und Therapeuten schaffen Handlungssicherheit und einheitliches pädagogisches Handeln im Alltag. Getragen wird diese Entwicklung von einer legitimierten Steuergruppe, die gemeinsam mit der Schulleitung pädagogische Prozesse strukturiert – ausgehend von einem partizipativen pädagogischen Tag, an dem das Kollegium Entwicklungsbedarfe sammelt und priorisiert. Ein wachsender Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Autismus wirkt dabei als zentraler Entwicklungsmotor. Ergänzt wird der Beitrag durch Einblicke in die Berufsorientierung – von Kompetenzfeststellung bis Betriebspraktika – sowie die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern.

 

Fachforum 12

11:30 Uhr

Groß denken, individuell fördern – die BO-Projektklasse als Entwicklungsmodell in der Berufsorientierungsstufe

Sven Baas und Lea Jürgens, Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Rodgau)

Wie kann ein elftes Schulbesuchsjahr ermöglicht werden, ohne neue Klassen oder Standorte einzurichten? Die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Rodgau) begab sich im Schuljahr 2024/25 in einen Schulentwicklungsprozess, aus dem ein neues Organisations- und Unterrichtskonzept für die Berufsorientierungsstufe hervorging: die BO-Projekt- bzw. Großklasse. Das Konzept wird seit dem Schuljahr 2025/26 umgesetzt.

Ziel war es, Lernenden, die von einem elften Schulbesuchsjahr profitieren können, diese Möglichkeit zu eröffnen, ohne eine weitere Kooperationsklasse oder einen zusätzlichen Klassenstandort einrichten zu müssen. Entstanden ist ein Konzept, das die pädagogischen und organisatorischen Potenziale größerer Lerngruppen gezielt nutzt. Im Mittelpunkt stehen erweiterte Optionen kooperativen Lernens, individualisierte Lernarrangements sowie projektorientierte und berufsnahe Lernsettings.

Der Beitrag gibt Einblicke in den Entwicklungsprozess und lädt dazu ein, schulische Strukturen unter veränderten Rahmenbedingungen gemeinsam zu reflektieren und weiterzudenken.

 

Fachforum 13

11:30 Uhr

Kooperationsklassen im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung - Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen aus der Praxis

David  Schlesinger und Nadine Merle, Käthe-Kollwitz-Schule (Hofgeismar)

Wie gelingt es, eine Kooperationsklasse erfolgreich aufzubauen und dauerhaft im Schulalltag zu verankern? Die Kooperationsklasse der Würfelturmschule (Grundschule) und der Käthe-Kollwitz-Schule (Förderschule GE/KME und rBFZ) besteht seit dem Schuljahr 2017/2018 und war für den Hessischen Inklusionspreis 2025 nominiert.

Im Beitrag wird (1) die Genese des gemeinsamen Projektes, so vor allem der Weg der Konzepterstellung skizziert und (2) die zentralen Schritte der Implementation sowie die Einbindung der Schulgemeinde und der schulischen Gremien aufgezeigt. Darüber hinaus werden befürchtete Widerstände den tatsächlichen Erfahrungen im schulischen und öffentlichen Umfeld gegenübergestellt. Ebenso werden (3) die Chancen, Potentiale und Limitationen im Laufe der Umsetzung beleuchtet. Ergänzend dazu erhalten die Teilnehmenden (4) ganz konkrete Einblicke in die inhaltliche Umsetzung und den täglichen Ablauf des Schulalltages. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über Gelingensbedingungen für Kooperationsklassen ins Gespräch zu kommen.

 

Fachforum 14

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Ganztagsunterricht im Profil 3 an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung und Ferienbetreuung im Rahmen des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung

Mario Nau-Theißen, Kegelbergschule (Frankenberg), Raphael Chirakakis, Schulträger Landkreis Waldeck-Frankenberg, Petra Hillebrand, Staatliches Schulamt für den Schwalm-Eder-Kreis und den Landkreis Waldeck-Frankenberg, Kathrin Schnalle und Sebastian Fröhlich, HMKB IV.4.2 Ganztägig arbeitende Schulen

Wie lassen sich Ganztagsangebote und Ferienbetreuung so gestalten, dass sie den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung gerecht werden? Am Beispiel der Kegelbergschule, einer Förderschule mit den Bildungsgängen Geistige sowie Körperliche und motorische Entwicklung im ländlich geprägten Landkreis Waldeck-Frankenberg, werden Erfahrungen aus zwei Entwicklungsprozessen vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die Organisation und inhaltliche Gestaltung des Ganztagsunterrichts im Profil 3 sowie die Einführung einer gemeinsamen Ferienbetreuung für die Förderschulen mit den Bildungsgängen Geistige Entwicklung, Körperliche und motorische Entwicklung sowie Lernen im Schuljahr 2026/2027.

Das Fachforum beleuchtet gelingende Ansätze, Herausforderungen und erste Erfahrungen aus der Praxis und lädt dazu ein, gemeinsam zu diskutieren, welche Impulse sich daraus für die Weiterentwicklung von Ganztag und Ferienbetreuung ableiten lassen.

 

Fachforum 15

11:30 Uhr und 13:30 Uhr

Klassenrat inklusiv – Demokratiebildung durch demokratische Praxis

Dr. Birte Friedrichs, HMKB Referat III.4, Werte- und Demokratiebildung

Wie wird im Klassenrat Demokratie erlebbar? Hier geht es um die Anliegen der Kinder, sie übernehmen wichtige Rollen und werden dabei durch eine klare Struktur, Symbole und Regeln unterstützt. Die Kinder erleben sich als selbstwirksam und als Teil der Gemeinschaft. Sie machen wichtige Erfahrungen mit Demokratie. Die Klassengemeinschaft wird durch lösungsorientierte Konfliktbearbeitung und gemeinsame Aktivitäten gestärkt.

Nach einer kurzen Einführung in Ablauf und Grundprinzipien des Klassenrats teilen wir im Austauschforum einfache Methoden, visuelle Tools und Praxiserfahrungen, die zeigen: Klassenrat geht inklusiv, alle Kinder können mitreden und mitentscheiden!

 

Fachforum 16

11:30 Uhr

Inklusion gemeinsam gestalten – Praxiserfahrungen im Bildungsgang Geistige Entwicklung an einer Gesamtschule

Meike Kröck und Sabrina Nickel, Jakob Muth Schule (Wetzlar) und Christoph Daniel, Alexander-von-Humboldt-Schule (Aßlar)

Wie gelingt inklusive Bildung im Bildungsgang Geistige Entwicklung an einer Gesamtschule? Ein Team aus Förderschullehrerin und Klassenlehrer gibt praxisnahe Einblicke in die gemeinsame Gestaltung inklusiver Bildung in den Jahrgangsstufen 5 bis 9 und zeigt, welche Rahmenbedingungen zu ihrem Gelingen beitragen. Im Mittelpunkt stehen die Einbindung schulischer Projekte, die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Netzwerken sowie die Übergänge von Jahrgang 4 nach 5 und in die Sekundarstufe II. Ergänzend wird die Arbeit im multiprofessionellen Team dargestellt. Anhand konkreter Beispiele werden organisatorische Aspekte wie Raumgestaltung, Materialeinsatz und Planungsprozesse erläutert.

Der Beitrag zeigt, welche strukturellen und pädagogischen Voraussetzungen eine nachhaltige inklusive Lernumgebung unterstützen, und lädt dazu ein, gemeinsam über Gelingensbedingungen für inklusive Bildung im Bildungsgang Geistige Entwicklung ins Gespräch zu kommen.

 

Fachforum 17

11:30 Uhr

Das  kooperative Angebot – ein Weg zur Schule für alle?

Maren Walter, Heinrich-Böll-Schule (Hattersheim), Nadine Leitenberger, Heinrich-von-Brentano-Schule (Hochheim), Anette Wenzel und Philipp Frank, Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Hofheim)

Welche Bedingungen tragen dazu bei, dass inklusive Beschulung von Schülerinnen und Schülern im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung gelingen kann? Dieses Fachforum gibt Einblicke in das Kooperationsprojekt der Heinrich-Böll-Schule und der Heinrich-von-Brentano-Schule mit der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule. Vorgestellt werden die Zusammensetzung der Förderschullehrkräfte-Ressource sowie die kontinuierliche Evaluation des Projekts durch Befragungen von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften. Exemplarisch wird ein Evaluationszyklus vorgestellt – von den forschungsmethodischen Grundlagen, über ausgewählte Ergebnisse einer Jahrgangsbefragung, bis hin zu deren Interpretation und Reflexion. Daraus werden zentrale Gelingensbedingungen für die inklusive Beschulung im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung abgeleitet.

Das Fachforum lädt dazu ein, die Erkenntnisse gemeinsam zu diskutieren und ihre Bedeutung für die eigene Praxis zu reflektieren.

 

Inklusiv lernen: Lernbüros in der Sekundarstufe

Silke Henningsen, Milena McClennan mit Schülerinnen und Schülern, IGS-Süd (Frankfurt)

Wie gelingt es, Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gemeinsam und dennoch individuell zu fördern, in einer Struktur, in der Förderschullehrkräfte und Lehrkräfte der allgemeinen Schule gleichberechtigt zusammenarbeiten? Das Forum stellt das Konzept der Fachbüros vor: Ein differenziertes Curriculum in Lernbausteinen macht äußere Differenzierung überflüssig und ermöglicht selbstorganisiertes, selbstwirksames Lernen in multiprofessionellen Teams. Lernende mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung arbeiten entsprechend ihrer Förderplanung an Materialien. Neben Anschauungsmaterial werden Struktur und Planung vorgestellt. Im Anschluss ist Zeit für Austausch mit der Perspektive von Förderschullehrkraft, Schulleitung und Lernenden.

 

Fachforum 18

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Multiprofessionelle Teamkonstellationen in Schule – Unterstützungsangebote für TV-H-Kräfte ohne Lehramt

Rebekka Perrier, Helen-Keller-Schule (Rüsselsheim) und Anja Wall, HMKB Referat III.A.1, Grundschulen

Wie gelingt es, die Kompetenzen von TV-H-Kräften ohne Lehramt gewinnbringend ins Schulleben einzubinden und zugleich für die schulischen Bedarfe weiterzuentwickeln? Vor dieser Frage stehen viele Schulen, denn der wachsende Anteil multiprofessioneller Teams bereichert die fachlichen Perspektiven im Kollegium – und verlangt zugleich eine bewusste Gestaltung der Zusammenarbeit. Zur Entlastung von Kollegium und Schulleitung bietet das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen über das Servicebüro für TV-H-Kräfte gezielte Unterstützungsangebote, ergänzt durch Maßnahmen der Hessischen Lehrkräfteakademie. Im Fachforum stellen wir diese Angebote vor und laden Sie ein, Ihre in der Praxis erprobten und bewährten Maßnahmen einzubringen. Gemeinsam entwickeln wir konkrete Impulse für eine gelingende Zusammenarbeit zum Nutzen aller.

 

Fachforum 19

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Schutzkonzepte weiterentwickeln – Impulse für Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Dr. Gregor Kuhn, HMKB, I.1.2 Kompetenzzentrum Schulpsychologie und Roberta Bandel, Praxis für Coaching – Beratung – Supervision

Wie können Schutzkonzepte den besonderen Anforderungen von Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung gerecht werden? Das Fachforum vermittelt praxisnahe Informationen und Empfehlungen zur Erstellung und Weiterentwicklung von Schutzkonzepten entlang der neun zentralen Schutzkonzept-Bestandteile sowie der Risiko- und Potenzialanalyse. Ein besonderer Fokus liegt auf dem fachlichen Austausch über Übertragungsphänomene in der pädagogischen Arbeit sowie auf der Gestaltung von Nähe und Distanz als möglichen Risikofaktoren für Grenzüberschreitungen. Ebenso im Mittelpunkt steht die Persönlichkeitsstärkung von Menschen mit Beeinträchtigungen als zentraler Schutzfaktor vor sexualisierter Gewalt.

Das Forum lädt dazu ein, die eigene Praxis zu reflektieren und gemeinsam Impulse für die nachhaltige Weiterentwicklung schulischer Schutzkonzepte zu entwickeln.

 

Fachforum 20

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Berufliche Orientierung und Übergangsgestaltung mit ZABIB

Beatrice Acerenza, HMKB-Expertin für BOM/ZABIB, und Verena Pfannkuch, August-Wilhelm-Mende-Schule (Bebra)

Wie kann der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt so gestaltet werden, dass individuelle Stärken und Perspektiven frühzeitig sichtbar werden? Dieses Fachforum stellt vor, wie die berufliche Orientierung an einer Förderschule mit dem Bildungsgang Geistige Entwicklung gezielt, strukturiert und individuell gestaltet wird. Im Mittelpunkt steht die Berufsorientierungsmaßnahme ZABIB, die den Prozess der beruflichen Orientierung systematisch begleitet und dokumentiert. Ergänzend wird die Potenzialanalyse Hamet e+ vorgestellt mit der, individuelle Fähigkeiten, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten praxisnah erfasst werden. Die Ergebnisse fließen in die Förderplanung und die weitere Berufswegeplanung ein. Praktika, Praxistage, Informationsveranstaltungen und Fachunterricht ermöglichen frühzeitige Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie Berufswegekonferenzen dazu beitragen, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und weiteren Partnern individuelle Perspektiven für den Übergang in das Arbeitsleben zu entwickeln.  

Das Fachforum lädt zum Austausch über Erfahrungen und Gelingensbedingungen ein.

 

Fachforum 21

11:30 Uhr

Chancen des Jobcoachings für Berufspraktika im BzB GE

Sarah Linsbauer, Monika Lehr und Michael Schulz, Käthe-Kollwitz-Schule (Wetzlar)

Wie gelingt der Sprung vom Klassenzimmer in ein Betriebspraktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung? Diese Frage steht im Mittelpunkt unseres Beitrags. Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigen wir, welche Chancen und Notwendigkeiten das Jobcoaching bei Berufspraktika mit sich bringt – und welche Perspektiven sich daraus für den berufsbezogenen Unterricht ableiten lassen. Sie erhalten einen praxisnahen Einblick in den Alltag einer BzB GE-Klasse und sind herzlich eingeladen, eigene Erfahrungen und Fragen einzubringen. An unserem Ausstellungstisch stellen wir zusätzlich das Fach „WPU Klassenrat“ vor: ein erprobtes Instrument, um innerhalb der Klasse ein demokratisches Forum zu schaffen. Wir zeigen die Struktur des Klassenrats, typische Diskussionsthemen sowie daraus entstandene Vereinbarungen und Projekte – und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.