Fachforum 22 11:30 Uhr und 13:30 Uhr Deeskalationsstrategien und Handlungsleitfaden für herausfordernde Verhaltensweisen bei Schülerinnen und Schülern mit Autismus Yvonne Brunk, August-Wilhelm-Mende-Schule (Bebra) Wie kann ein gemeinsames Vorgehen im Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Schülerinnen und Schülern mit Autismus entwickelt und im Schulalltag verankert werden? Seit etwa vier Jahren stellt herausforderndes Verhalten, insbesondere bei Schülerinnen und Schülern mit Autismus einen zentralen Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit der August-Wilhelm-Mende-Schule dar. Um Handlungssicherheit zu schaffen und ein einheitliches Vorgehen zu etablieren, wurde ein schulspezifischer Handlungsleitfaden für Deeskalationsstrategien im Kontext von Autismus entwickelt. Dieser bündelt vorhandene Maßnahmen, räumliche und materielle Ressourcen sowie personelle Unterstützungsmöglichkeiten. Der Beitrag gibt Einblicke in die Entwicklung des Leitfadens und zeigt auf, wie schulische Strukturen genutzt werden können, um Schülerinnen und Schüler mit Autismus bedarfsgerecht zu begleiten und den Umgang mit herausfordernden Situationen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Schulsozialarbeit – Wenn Unterstützung zum System wird. Daniel Bollerhey-Neunes und Nelly Winkelhöfer, Schule am Dom (Fritzlar) Wie kann eine Förderschule durch die gezielte Entscheidung für Schulsozialarbeit neue Unterstützungsmöglichkeiten schaffen und den Schulalltag nachhaltig entlasten? Die Schule am Dom hat sich auf den Weg gemacht, Schulsozialarbeit als festen Bestandteil ihrer schulischen Arbeit zu etablieren. Um diese Ressource zu ermöglichen, wurden innerhalb der Schule Prioritäten neu gesetzt und andere Bereiche zugunsten dieser Unterstützungsmöglichkeit angepasst. Die Entscheidung für Schulsozialarbeit hat sich als wertvolle Ergänzung im schulischen Alltag erwiesen: Schülerinnen und Schüler werden in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung gestärkt, Eltern erhalten Unterstützung und Lehrkräfte werden durch Beratung, Begleitung und die Übernahme sozialpädagogischer Aufgaben spürbar entlastet. Heute bildet die Schulsozialarbeit ein verlässliches Unterstützungssystem mit Einzel- und Kleingruppenangeboten, Krisenintervention, präventiven Trainings und einer engen Zusammenarbeit mit Eltern, Kollegium sowie externen Partnern aus Jugendhilfe, Polizei, Schulpsychologie und Beratungsstellen. Der Beitrag zeigt den Weg der Implementierung, die daraus entstandenen Veränderungen und die Wirkung einer Ressource, die den Schulalltag nachhaltig bereichert. |
Fachforum 23 13:30 Uhr Standortarbeit einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung – Synergien und Chancen nutzen, Probleme überwinden Thomas Reich, Otfried-Preußler-Schule (Dillenburg) Wie kann aus einer räumlichen Herausforderung eine neue Chance für Teilhabe und Begegnung entstehen? Angesichts steigender Schülerzahlen stand die Otfried-Preußler-Schule (Dillenburg) vor der Herausforderung, zusätzliche Lernräume zu schaffen. Aus diesem Bedarf heraus entwickelte die Schule in Kooperation mit einer Grundschule und einer gewerblichen Schule im Stadtgebiet ein neues Konzept der Standortarbeit, das heute weit über die ursprüngliche Raumsituation hinauswirkt. Die Standortarbeit eröffnet rund einem Drittel der Schülerschaft, die außerhalb ihrer Stammschule lernen, neue Erfahrungsräume, stärkt ihre Teilhabe und macht Inklusion im Alltag erlebbar. Der Beitrag zeigt, wie aus einer organisatorischen Herausforderung eine nachhaltige Chance für Kooperation und gemeinsames Lernen entstehen kann. |
Fachforum 24 11:30 Uhr und 13:30 Uhr Struktur schafft Möglichkeiten – Die Känguru-Klasse als Lernort für Schülerinnen und Schüler mit Autismus Alina Burkart und Astrid Meyer, Hermann-Schuchard-Schule (Schwalmstadt) Wie können Lernumgebungen gestaltet werden, damit Schülerinnen und Schüler mit Autismus erfolgreich lernen, selbstständiger werden und am schulischen Alltag teilhaben können? Das Fachforum gibt Einblicke in das Konzept der „Känguru-Klasse“, das für Schülerinnen und Schüler mit Autismus und weiteren Unterstützungsbedarfen entwickelt wurde. Vorgestellt werden im Vorfeld getroffene pädagogische und organisatorische Maßnahmen sowie daraus resultierende Rahmenbedingungen, die eine individuelle Förderung sowie die Teilhabe am schulischen Lernen ermöglichen. Schwerpunkte bilden die Gestaltung strukturierter Lernumgebungen, der Einsatz von Unterstützter Kommunikation, die Orientierung am TEACCH-Ansatz (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children) sowie die Bedeutung von Ritualen und klaren Tagesstrukturen. Anhand praxisnaher Beispiele werden Möglichkeiten der Förderung von Selbstständigkeit, Kommunikation und sozialer Teilhabe aufgezeigt. Die Teilnehmenden erhalten Impulse für die Gestaltung einer lernfördernden und lernförderlichen Unterrichtsumgebung. |
Fachforum 25 11:30 Uhr und 13:30 Uhr Verhalten ist Kommunikation! Verhalten verstehen, begegnen und begleiten Wie kann es gelingen, dass wir Verhalten verstehen, diesem angemessen begegnen und es fördernd begleiten? Die „Beratungstasche Herausforderndes Verhalten“ und das Instrument „Diagnostik und Interventionsplanung Herausforderndes Verhalten“ (DIP HV) der UK-Couch bieten zwei prozessbegleitende Ansätze dazu. Was steht hinter diesen Konzepten? Es geht darum Verhalten zu entschlüsseln und Krisen zu vermeiden. Haltung, Innerhalb dieses Beitrags kann ein kurzer Einblick in die theoretischen Hintergründe der beiden Ansätze gewonnen werden. Die Beratungstasche sowie der DIP-HV und das dazugehörige Material liegen zur Ansicht aus. |
Fachforum 26 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Die INCLASS- Lernplattform – Inklusion von Kindern im Autismus-Spektrum in der Schule Constanze Fuchs, Didaktische Werkstatt (Frankfurt) und Teresa Serratore, DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (Frankfurt) Wie können digitale Werkzeuge dazu beitragen, einen autismussensiblen Unterricht zu gestalten? Dieses Fachforum stellt die INCLASS-Lernplattform (Inklusion von Kindern im Autismus-Spektrum in der Schule) vor und gibt Einblicke in ihre digitalen Trainings- und Beurteilungsinstrumente. Dazu gehören eine digitale Fortbildung mit fünf Modulen, ein Self-Assessment-Test sowie eine App zur Identifizierung individueller Barrieren. Obwohl INCLASS nicht speziell für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung entwickelt wurde, lassen sich zahlreiche Grundlagen auf diesen Kontext übertragen. Im Fachforum werden die Einsatzmöglichkeiten der digitalen Werkzeuge vorgestellt und gemeinsam ihre Relevanz sowie ihre Grenzen für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung diskutiert. Die Teilnehmenden sind eingeladen, die Übertragbarkeit auf ihre eigene Praxis zu reflektieren und Erfahrungen auszutauschen. |
Fachforum 27 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Was braucht der Mensch? – die Skala der Emotionalen Entwicklung (SEED) in der Praxis Elmar Feuerstein und Frederik Leidorf, Heinrich-Hehrmann-Schule (Schlüchtern), Eleonore Krebs-Dembinski und Antje Barnack, Martinsschule (Altenhaßlau) Wie gelingt der Umgang mit herausforderndem Verhalten, das im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung zunehmend zur Aufgabe wird? Die Skala der Emotionalen Entwicklung nach Sabine Zepperitz und Tanja Sappok bietet hierfür einen Weg: Sie macht den emotionalen Entwicklungsstand eines Menschen erfassbar und rückt die Frage nach seinen emotionalen Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Damit verbunden ist ein Perspektivwechsel – von „Das Verhalten muss sich ändern!“ hin zu „Welche Bedürfnisse müssen erfüllt sein, damit sich das Verhalten verändern kann?". Dieser Blickwinkel kann im täglichen Unterricht viel bewegen. Im Fachforum verbinden wir theoretische Grundlagen dieses Ansatzes mit der Praxis – anhand konkreter Konzepte der Martinsschule in Altenhaßlau und der Heinrich-Hehrmann-Schule in Schlüchtern. Wir freuen uns auf den fachlichen Austausch mit Ihnen. |
Fachforum 28 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Krisenfall vermisster Schüler – hilfreiche Maßnahmen, Instrumente und Impulse in der Bewältigung einer akuten Krisensituation an einer Förderschule mit dem Bildungsgang Geistige Entwicklung Oliver Stöhr, Walderbachschule (Weilburg) Wie kann eine Schulgemeinschaft eine akute Krisensituation bewältigen und dabei handlungsfähig bleiben? Ausgehend von einem konkreten Praxisbeispiel gibt dieses Fachforum Einblicke in den Umgang mit einer Krisensituation an einer Förderschule mit dem Bildungsgang Geistige Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen die besonderen Herausforderungen wie die Kommunikation nach innen und außen, die Zusammenarbeit mit Behörden und der Schulgemeinde. Der Erfahrungsbericht eröffnet die Möglichkeit, gemeinsam zu reflektieren und lädt dazu ein, Fragen einzubringen, Erfahrungen auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen. |
Fachforum 29 13:30 Uhr Unser Waldtag für alle – Räume für Wachstum schaffen Oliver Einloft, Dunja Oestreich und Lars Cremer, Hilda-Heinemann-Schule (Dautphetal-Hommertshausen) Was braucht es, damit aus drei Vormittagen im Wald ein Schulkonzept wird? An der Hilda-Heinemann-Schule in Dautphetal-Hommertshausen ist dieses Prinzip des Wachstums fester Bestandteil des Schulalltags: Im Waldtag begegnen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichsten Förderbedarfen gezielt gestalteten Herausforderungen – von Mutproben über Klettern bis Geocaching – immer mit der Freiheit, Nein sagen zu dürfen. Seit dem Schuljahr 2018/2019 verbringen 30 bis 40 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 12 wöchentlich drei Vormittage im Wald. Fernab der schulischen Enge entsteht hier Raum für Lernen mit allen Sinnen: durch Interaktions- und Kooperationsübungen, handwerkliche Tätigkeiten, Forschung in der Natur und gelenkte Mutproben. Nicht die Defizite der Kinder stehen im Mittelpunkt, sondern ihre Stärken – frei von Stigmatisierung und mit viel Raum für Freiwilligkeit und Selbstbestimmung. An unseren Mitmach- und Selbsterfahrungsstationen erproben Sie unseren Waldworkshop, ergänzt durch Einblicke in die konzeptionelle Arbeit sowie viel Raum zum Austausch. |
Fachforum 30 11:30 Uhr und 13:30 Uhr Das mehrdimensionale Interaktionsmodell des Schriftspracherwerbs (MIAS) Wie gelingt Schriftspracherwerb, wenn Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen lernen? Im aufgezeichneten Vortrag von Dr. Stefanie Sachse wird ein neues Schriftspracherwerbsmodell vorgestellt: das mehrdimensionale Interaktionsmodell des Schriftspracherwerbs (MIAS). Das Modell bietet einen Überblick über die Entwicklung schriftsprachlicher Fähigkeiten – von ersten Begegnungen mit Schrift bis hin zu einem kompetenten Schriftsprachgebrauch im Jugend- und Erwachsenenalter. Die Entwicklung wird entlang verschiedener Dimensionen skizziert, sodass sich konkrete Hinweise für die Gestaltung von Literacy-Angeboten in Kindergarten, Schule und inklusiven Lernsettings ableiten lassen. Ziel ist es zu zeigen, wie Kinder und Jugendliche – unabhängig von individuellen Voraussetzungen – von Anfang an aktiv Erfahrungen mit Schrift sammeln können. Im moderierten Austausch werden Ideen erarbeitet, wie das Modell sinnvoll umgesetzt und implementiert werden kann. |
Fachforum 31 11:30 Uhr und 13:30 Uhr Digitale Medien, Inklusion und Künstliche Intelligenz - Teilhabe ermöglichen, Schule gemeinsam gestalten Dr. Lea Schulz, Institut für Sonderpädagogik, Europa-Universität Flensburg Wie können digitale Medien und Künstliche Intelligenz dazu beitragen, Bildungsansprüche einzulösen und zugleich Lehrkräfte zu entlasten? Das Fachforum verbindet die Ebenen der Individualisierung des Lernens und des Lehrens mit Medien. Anhand konkreter Praxisbeispiele erproben wir, wie Künstliche Intelligenz Unterrichtsvorbereitung, Visualisierung und Materialanpassung unterstützt. Ein besonderer Fokus liegt auf Schulentwicklung: Welche Strukturen, welche Onboarding-Maßnahmen und welche Kultur des Teilens brauchen Schulen? Es bleibt Raum für Austausch, Reflexion und die Frage: Was ist mein nächster Schritt? |
Fachforum 32 13:30 Uhr Response to Intervention (RTI) als Struktur für inklusive Förderung im Bildungsgang Geistige Entwicklung – Werkstattbericht aus der Sonderpädagogische Grundzuweisung (SGZ)-Aufbauphase Pascal Berkenheger, Andrea Michel, Ann-Katrin Berkenheger und Sven Krugmann, Offene Schule Waldau (Kassel) Wie lässt sich ein Fördermodell, das auf zeitlich befristete Zyklen und messbare Fortschritte setzt, mit den Lernzielen von Schülerinnen und Schülern im Bildungsgang Geistige Entwicklung vereinbaren, deren Bildungsauftrag dauerhaft auf lebenspraktische Kompetenzen und soziale Teilhabe zielt? Dieser Frage stellt sich die Offene Schule Waldau in Kassel, die ihre inklusive Förderung nach dem RTI-Modell (Response to Intervention) gestaltet. Statt bisheriger Inklusionsklassen mit einer fest zugeordneten Förderschullehrkraft verteilen sich Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarfen nun auf alle Klassen eines Jahrgangs – ein Wandel hin zu gemeinsamer Verantwortung aller Lehrkräfte, begleitet durch Förderschullehrkräfte und UBUS-Kräfte. Die Förderung gliedert sich in drei Stufen, von Unterricht in der Klassengemeinschaft bis zu individualisierter Einzelförderung. Der Beitrag berichtet offen aus einem laufenden Aufbauprozess: Wo trägt das RTI-Modell, wo braucht es Ergänzung? Wir laden Sie ein, gemeinsam über Chancen und Grenzen zu diskutieren – besonders Schulen, die selbst in der SGZ arbeiten oder auf dem Weg dorthin sind.
Lesen trainieren, Teilhabe leben – Inklusion mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in einer Integrierten Gesamtschule Panagiotis Jörges und Laura Weber-Ganea, Gesamtschule Gießen-Ost (Gießen) Wie kann inklusive Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in einer heterogenen Regelklasse der Sekundarstufe I gelingen? Dieser Praxisbericht zeigt anhand eines Lautlesetrainings mit anschließendem Vorlesetheater, wie ein Projekt für alle Leistungsniveaus differenzierbar und durchführbar ist. Im Fokus stehen neben den geförderten Kompetenzen die notwendigen Rahmenbedingungen: Teamteaching, Raumkonzept, Materialaufwand und Zeitressourcen. Der Beitrag benennt Chancen und Stolpersteine bei der Umsetzung und gibt konkrete Ansatzpunkte, worauf bei Planung und Organisation solcher Projekte zu achten ist. |
Fachforum 33 11:30 Uhr und 13:30 Uhr Strategische Schulentwicklung hin zu multiprofessionellen Strukturen Jörg Butterweck, Alexander-Schmorell-Schule (Kassel) Wie lässt sich Unterricht gestalten, wenn mehrere Bildungsgänge und große Heterogenität auf kognitiver, emotionaler und sozialer Ebene in einer Lerngruppe aufeinandertreffen? Dieser Herausforderung begegnet die Alexander-Schmorell-Schule mit einer klar strukturierten multiprofessionellen Teamarbeit: verbindliche Teamtage, regelmäßige Treffen, gemeinsame Förderplanung und die Einbindung von Teilhabeassistenzen und Therapeutinnen und Therapeuten schaffen Handlungssicherheit und einheitliches pädagogisches Handeln im Alltag. Getragen wird diese Entwicklung von einer legitimierten Steuergruppe, die gemeinsam mit der Schulleitung pädagogische Prozesse strukturiert – ausgehend von einem partizipativen pädagogischen Tag, an dem das Kollegium Entwicklungsbedarfe sammelt und priorisiert. Ein wachsender Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Autismus wirkt dabei als zentraler Entwicklungsmotor. Ergänzt wird der Beitrag durch Einblicke in die Berufsorientierung – von Kompetenzfeststellung bis Betriebspraktika – sowie die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. |
Fachforum 34 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Systematische Schul- und Unterrichtsentwicklung als Grundlage zur Weiterentwicklung des pädagogischen Konzepts zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Autismus Nils Hartung, Sabine Westphal und Nils Euker, Mosaikschule (Marburg) Wie kann Schulentwicklung dazu beitragen, auf veränderte Bedarfe von Schülerinnen und Schülern mit Autismus zu reagieren? Die Mosaikschule Marburg entwickelt ihre pädagogischen Konzepte im Rahmen einer systematischen Schul- und Unterrichtsentwicklung kontinuierlich weiter. Verbindliche Steuerungsstrukturen und eine enge Verzahnung mit Fortbildungsprozessen sichern dabei die nachhaltige Umsetzung von Entwicklungsmaßnahmen. Ein zentrales Element des Förderkonzepts ist das klassenübergreifende „Förderband“ mit differenzierten Angeboten in Deutsch, Mathematik, Unterstützter Kommunikation und Motorik. Mit der steigenden Zahl von Schülerinnen und Schülern mit Autismus wurde dieses Konzept gezielt um Individuelle Lernangebote (ILA) erweitert. Die auf TEACCH (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children) und Unterstützter Kommunikation basierenden Kleingruppenangebote fördern Kommunikation, Selbstregulation und Teilhabe durch hohe Individualisierung, klare Strukturen und reizreduzierte Lernumgebungen. Der Beitrag gibt Einblicke in den Schulentwicklungsprozess, stellt das Konzept des Förderbands sowie die Individuellen Lernangebote (ILA) vor und zeigt, wie Schulen ihre Förderkonzepte systematisch an veränderte Bedarfe anpassen können. |
Fachforum 35 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Kultur für alle – mit kultureller Bildung Schulentwicklung gestalten und Teilhabe stärken Annette Lüders und Bernd Wenninger, Max-Kirmsse-Schule (Idstein), Silke Tübbecke und Eva Seidl-Moore, Friedrich von Bodelschwingh-Schule (Wiesbaden), und Marcus Kauer, HMKB Referat IV.3, Kulturelle Bildung Wie verändert die Entwicklung zur KulturSchule den Unterricht, die Zusammenarbeit im Kollegium und das Schulleben? Die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Wiesbaden) und die Max-Kirmsse-Schule (Idstein) berichten aus ihrer langjährigen Praxis als zertifizierte KulturSchulen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Praxisbeispiele, die verdeutlichen, wie kulturelle Bildung Schülerinnen und Schülern vielfältige Ausdrucks- und Teilhabemöglichkeiten eröffnet und Impulse für Unterricht und Schulleben setzt. Ergänzend geben die Schulleitungen Einblicke in ihren Schulentwicklungsprozess und zeigen auf, wie sich die Entwicklung zur KulturSchule auf die Zusammenarbeit im Kollegium, die Gestaltung des Unterrichts und das Schulleben auswirkt. Der Beitrag lädt dazu ein, kulturelle Bildung als Chance für nachhaltige Schulentwicklung zu entdecken und Anregungen für die eigene Schule mitzunehmen. |
Fachforum 36 13:30 Uhr Berufliche Orientierung im Schulalltag – Praxisbeispiele für die Schulentwicklung Katrin Plack, Tanja Obst und Lucas Müller, Hilda-Heinemann-Schule (Dautphetal-Hommertshausen) Wie gelingt Berufliche Orientierung, wenn Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen und praktische Erfahrungen sammeln? Dieses Fachforum stellt verschiedene Praxisangebote der Hilda-Heinemann-Schule vor: das Projekt „Schüler kochen für Schüler“, die schulische Manufaktur, die Mitarbeit an einem lokalen Entwicklungsprojekt, individuelle Praktika sowie einen wöchentlichen Berufsschultag, denn berufliche Orientierung lebt von echten Erfahrungen. Die vorgestellten Beispiele zeigen, wie berufliche Kompetenzen im Schulalltag angebahnt und weiterentwickelt werden können. Im Mittelpunkt stehen diese Erfahrungen der Schule sowie die Frage, welche Strukturen und Gelingensbedingungen eine erfolgreiche berufliche Orientierung unterstützen. Das Fachforum lädt dazu ein, gemeinsam zu diskutieren, welche Impulse sich daraus für die eigene Schule ableiten lassen und wie praxisnahe Berufsorientierung nachhaltig gestaltet werden kann.
Praxisnahe Berufsorientierung im Bildungsgang Geistige Entwicklung an einer Integrierten Gesamtschule Judith Euler, Matthias Hermsdorf und Roberto Weidenhausen, Ernst-Reuter-Schule II (Frankfurt) Wie kann Berufsorientierung gelingen, wenn Lernen an realen Arbeitsaufträgen anknüpft? Dieses Fachforum stellt die praxisnahe Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler im Bildungsgang Geistige Entwicklung an der Ernst-Reuter-Schule II vor. Im Mittelpunkt stehen drei Arbeitsbereiche: Garten- und Landschaftspflege mit der Pflege und ökologischen Weiterentwicklung des Schulgeländes, Hauswirtschaft mit Bistro und Pausenverkauf sowie Büroarbeit mit Druckaufträgen und der Erstellung von Unterrichtsmaterialien. Die Arbeitsprozesse orientieren sich an betrieblichen Abläufen und werden an die individuellen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler angepasst. Vorgestellt werden Organisation, pädagogische Zielsetzungen, Kooperationen und Gelingensbedingungen einer Struktur, die sich auf andere Schulen übertragen lässt. Das Fachforum lädt zum Austausch darüber ein, wie berufliche Kompetenzen, Selbstständigkeit und verantwortliches Handeln im Schulalltag gefördert werden können. |
Fachforum 37 11:30 Uhr und 13:30 Uhr Klassenrat inklusiv – Demokratiebildung durch demokratische Praxis Dr. Birte Friedrichs, HMKB Referat III.4, Werte- und Demokratiebildung Wie wird im Klassenrat Demokratie erlebbar? Hier geht es um die Anliegen der Kinder, sie übernehmen wichtige Rollen und werden dabei durch eine klare Struktur, Symbole und Regeln unterstützt. Die Kinder erleben sich als selbstwirksam und als Teil der Gemeinschaft. Sie machen wichtige Erfahrungen mit Demokratie. Die Klassengemeinschaft wird durch lösungsorientierte Konfliktbearbeitung und gemeinsame Aktivitäten gestärkt. Nach einer kurzen Einführung in Ablauf und Grundprinzipien des Klassenrats teilen wir im Austauschforum einfache Methoden, visuelle Tools und Praxiserfahrungen, die zeigen: Klassenrat geht inklusiv, alle Kinder können mitreden und mitentscheiden! |
Fachforum 38 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Werte- und Demokratiebildung im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung Melanie Ebner, HMKB Referat III.4, Werte- und Demokratiebildung Wie können Schulen Demokratiebildung stärken und zugleich wirksam auf Herausforderungen wie Extremismus oder Antisemitismus reagieren? Dieses Fachforum stellt die Netzwerk-Lotsinnen und -Lotsen sowie die Wertvoll-Plattform als Unterstützungsangebote für hessische Schulen vor. Die Netzwerk-Lotsinnen und -Lotsen begleiten Schulen in den Bereichen Demokratiebildung, Wertevermittlung sowie Extremismus- und Antisemitismusprävention, stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung und vermitteln bei Bedarf weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote. Ergänzend bietet die Wertvoll-Plattform praxiserprobte Bildungs- und Präventionsangebote von Schulen für Schulen. Das Fachforum zeigt Einsatzmöglichkeiten beider Angebote im schulischen Alltag auf und lädt dazu ein, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen für die eigene Schule mitzunehmen.
„Es ist nie zu spät!“ – Biografisches Lernen zur NS-Geschichte im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung Wie kann die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung zugänglich und bedeutsam gestaltet werden? Der Beitrag stellt ein Unterrichtskonzept vor, das biografisches Lernen mit dem Besuch |
Fachforum 39 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Gute Schule braucht gesunde Lehrkräfte. Ulrich Striegel, Friederike Nierste und Patrick Weise, HMKB Referat I.4, Gesundheit Wie können Lehrkräfte auch in einem anspruchsvollen Schulalltag gesund und leistungsfähig bleiben? Motivation, Gelassenheit, Konzentration und Kreativität – all diese Eigenschaften und Fähigkeiten benötigen Sie in Ihrem Schulalltag. Sie hängen eng mit Ihrer Gesundheit zusammen, gerade diese kann aber unter täglichem Stress, unter Konflikten, Schlafmangel und Abgrenzungsschwierigkeiten leiden. Wir stellen Ihnen ein breites Angebotsspektrum zur Gesundheitsförderung vor. Angefangen von psychologischen Beratungssprechstunden über mentale Ersthelfer bis hin zur psychischen Gefährdungsbeurteilung, auch zugeschnitten auf die Situation in BFZs. Dabei geht es auch darum, wie solche Angebote systematisch in den Schulalltag eingebunden und miteinander verknüpft werden können. Dieses Fachforum stellt verschiedene Angebote zur Gesundheitsförderung vor und lädt zum Austausch von Erfahrungen und Perspektiven ein. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage, wie Gesundheitsförderung nachhaltig im Schulalltag verankert werden kann. |
Fachforum 40 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Lehrkräftegewinnung für das Lehramt Förderpädagogik Holger Fuchs, HMKB Referat II.4, Lehrkräftegewinnung Wie können neue Lehrkräfte für die sonderpädagogischen Fachrichtungen gewonnen werden? Diese Frage stellt sich mit zunehmender Dringlichkeit, denn die Zuweisungen zur sonderpädagogischen Gesamtressource steigen seit Jahren kontinuierlich – getragen sowohl von der sonderpädagogischen Unterstützung an allgemeinen Schulen (Inklusion) als auch von wachsenden Schülerzahlen an Förderschulen, insbesondere im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Bereits seit 2015 wird dieser Entwicklung mit Sondermaßnahmen zur Lehrkräftegewinnung für das Lehramt an Förderschulen begegnet. Nun steht der nächste Schritt an: Für 2027 sind weitere Maßnahmen mit einem veränderten Adressatenkreis in Planung. Im Beitrag stellen wir Ihnen diese neuen Maßnahmen vor und laden Sie ein, gemeinsam zu diskutieren, welche Wege der Lehrkräftegewinnung den künftigen Bedarf decken können. |
Fachforum 41 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Gesundheitsfachkräfte in der Schule – Professionen im Zusammenspiel Frauke Löber, Cornelia-Thurm-Meier, Alexander-Schmorell-Schule (Kassel), Ulrich Striegel, HMKB Referat I.4, Gesundheit und Oliver Janiczek, Hessische Arbeitsgemeinschaft zur Gesundheitsförderung – HAGE e.V. Wie sieht der Alltag von Gesundheitsfachkräften an einer Förderschule mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und Körperlich-motorische Entwicklung eigentlich aus – und wie gelingt die gemeinsame Arbeit der unterschiedlichen Professionen? An der Alexander-Schmorell-Schule sind insgesamt drei Schulkrankenschwestern beschäftigt, sodass eine flächendeckende Einsatzbereitschaft einer Krankenschwester im täglichen Schulbetrieb garantiert werden kann. Ihre Aufgaben reichen von prozessbezogener Mitarbeit in Teamgesprächen und Konferenzen über pflegerische Einzelaufgaben bis hin zu Querschnittsaufgaben wie gesundheitlicher Aufklärung von Schülerschaft, Eltern und Kollegium sowie organisatorische Tätigkeiten rund um Erste-Hilfe- und Hygienematerial. In diesem Forum erhalten Gesundheitsfachkräfte die Möglichkeit, sich über ihre Tätigkeit in der Schule, die Zusammenarbeit mit Kliniken und Sozialpädiatrischen Zentren sowie den berufsständischen Rahmen zu informieren und auszutauschen. |
Fachforum 42 13:30 Uhr und 15:00 Uhr Brücken in die Arbeitswelt: Berufsorientierung im Bildungsgang BzB mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung Jonas Dewald Berufliche Schulen Berta-Jourdan (Frankfurt) und Sven Schulzig, Arnold-Bode-Schule (Kassel) und Dr. Johannes Zuber, HMKB Referat III.B.2, Berufliche Vollzeitschulformen Der Beitrag bietet einen kompakten Einblick in die Schulform. Eckpunkte werden benannt und die Berufsorientierung im Bildungsgang zur Berufsvorbereitung mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung an den Beruflichen Schulen Berta Jourdan in Frankfurt am Main und der Arnold-Bode-Schule in Kassel dargestellt. Im Fokus stehen Inhalte, Materialien, Rahmenbedingungen und Zielsetzungen des Unterrichts sowie die strukturierte Praktikumsbegleitung. Anhand von Praxisbeispielen aus vier Jahren Erfahrung werden didaktisch-methodische Ansätze zur Förderung beruflicher Handlungskompetenzen für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistiger Entwicklung erläutert. Besonderer Schwerpunkt ist der Übergang in das Arbeitsleben sowie die individuelle Förderung der Lernenden. Zudem wird die Organisation und die Rolle der Lehrkräfte im Prozess der Berufsorientierung hervorgehoben und reflektiert. Ziel ist eine transparente Darstellung und nachhaltige Vorbereitung auf berufliche Teilhabe am Arbeitsmarkt. Abschließend eröffnet der Beitrag Raum für Austausch und Reflexion. |
Fachforum 43 13:30 Uhr Die „berufswahlapp“ als digitale Begleitung in der Berufsorientierung Christoph Heine, HMKB Referat III.A.3, Berufliche Orientierung Wie kann digitale Portfolioarbeit die berufliche Orientierung von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung unterstützen? Dieses Forum lädt zum gemeinsamen Austausch über Chancen, Grenzen und praktische Einsatzmöglichkeiten der „berufswahlapp“ ein. Im Mittelpunkt stehen die besonderen Anforderungen der Zielgruppe sowie die Frage, welche Funktionen einen pädagogischen Mehrwert bieten und wo Anpassungsbedarfe bestehen. Anhand ausgewählter Beispiele werden Einsatzmöglichkeiten für eine niedrigschwellige Portfolioarbeit vorgestellt. Gleichzeitig sind die Erfahrungen der Teilnehmenden ausdrücklich gefragt, um gemeinsam zu diskutieren, was in der Praxis gut funktioniert, welche Hürden bestehen und wie die „berufswahlapp“ bedarfsgerecht weiterentwickelt werden kann. |
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