Fachforen 44-64

Folgende Fachforen können während des Programmpunkts "Fachforen III" am Fachtag Geistige Entwicklung gewählt werden.

Fachforum 44

15:00 Uhr [und 16:00 Uhr]

Gehörtes weiterdenken – konkrete Schritte planen

Elisabeth Woydich, systemische Beraterin, Leitung des Projektbüros Inklusion bis 2024

Dieses Fachforum richtet sich an Schulleitungsteams und lädt dazu ein, die Impulse des Tages zunächst individuell und anschließend gemeinsam mit Blick auf das eigene System zu reflektieren. Leitende Fragen unterstützen dabei, die Impulse des Tages auf die eigene Schulorganisation zu übertragen und relevante Handlungsfelder zu identifizieren. Darauf aufbauend entwickeln die Schulleitungsteams ein oder mehrere Ziele für die Weiterentwicklung ihrer Schule und planen konkrete nächste Schritte. Zum Abschluss erhalten Sie Gelegenheit, Ihr geplantes Ziel und die konkreten Schritte vorzustellen. So werden Ideen sichtbar und die Teilnehmenden können von den Perspektiven und Impulsen anderer Schulleitungsteams profitieren.

 

Fachforum 45

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

„Intensive Interaction“ in Theorie und Praxis – Wie bekomme ich Kontakt zu Dir?

Manuel  Petry und Maria Frohnapfel, Vinzenz-von-Paul-Schule (Hünfeld) und Beate Braun, Leiterin Landesnetzwerk Unterstützte Kommunikation

Wie gelingt Interaktion mit Schülerinnen und Schülern, die scheinbar kaum Kontakt zu anderen aufnehmen? Der Ansatz „Intensive Interaction“ eröffnet neue Wege, um Kommunikation entstehen zu lassen. „Intensive Interaction“ ist ein videobasierter praxisorientierter Lern- und Kommunikationsansatz zur basalen Kommunikationsanbahnung. Zielgruppe sind stark beeinträchtigte Schülerinnen und Schüler, auch mit Autismus. Durch „Intensive Interaction“ wird Beziehung gestaltet, die sich an natürlichen Entwicklungsprozessen orientiert. Dabei steht im Mittelpunkt die Frage, wie erste Formen von Beziehung und Kommunikation aufgebaut und weiterentwickelt werden können – auch über kleinste Zeichen, Reaktionen und Signale.

Der Beitrag gibt eine kurze Einführung in den Ansatz und zeigt anschließend wie die Vincenz-von-Paul Schule ihn in Ihrer Förderung von Schülerinnen und Schülern aufgreift und durch achtsame Begegnung Beziehung gestaltet sowie die wechselseitige Kommunikation Schritt für Schritt erweitert.

 

Fachforum 46

15:00 Uhr [und 16:00 Uhr]

Reflexion als Schlüssel: Ihr Tag, Ihre Ideen, Ihr Handeln
Hanka Mühe, Birgit Hollmann-Rosner, Mitra Kaveh und Susanne Nachbar, Hessische Lehrkräfteakademie

Nehmen Sie sich Zeit, um die Eindrücke des Tages einzuordnen und in konkrete Schritte für Ihre Schule, Ihren Unterricht oder Ihre Arbeit zu übersetzen. Unser Reflexionsforum bietet Ihnen den Raum, um gemeinsam im Team – oder auch als Einzelperson – neue Perspektiven zu entwickeln und erste Handlungsstrategien abzuleiten. Ob im Kollegium oder allein: Hier finden Sie Inspiration und Klarheit für Ihren Berufsalltag. Lassen Sie uns gemeinsam Brücken bauen – zwischen Theorie und Praxis, zwischen
Reflexion und Aktion.

 

Fachforum 47

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Die INCLASS- Lernplattform – Inklusion von Kindern im Autismus-Spektrum in der Schule

Constanze Fuchs, Didaktische Werkstatt (Frankfurt) und Teresa Serratore, DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (Frankfurt)

Wie können digitale Werkzeuge dazu beitragen, einen autismussensiblen Unterricht zu gestalten? Dieses Fachforum stellt die INCLASS-Lernplattform (Inklusion von Kindern im Autismus-Spektrum in der Schule) vor und gibt Einblicke in ihre digitalen Trainings- und Beurteilungsinstrumente. Dazu gehören eine digitale Fortbildung mit fünf Modulen, ein Self-Assessment-Test sowie eine App zur Identifizierung individueller Barrieren. Obwohl INCLASS nicht speziell für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung entwickelt wurde, lassen sich zahlreiche Grundlagen auf diesen Kontext übertragen.

Im Fachforum werden die Einsatzmöglichkeiten der digitalen Werkzeuge vorgestellt und gemeinsam ihre Relevanz sowie ihre Grenzen für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung diskutiert. Die Teilnehmenden sind eingeladen, die Übertragbarkeit auf ihre eigene Praxis zu reflektieren und Erfahrungen auszutauschen.

 

Fachforum 48

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Was braucht der Mensch? – die Skala der Emotionalen Entwicklung (SEED) in der Praxis

Elmar Feuerstein und Frederik Leidorf, Heinrich-Hehrmann-Schule (Schlüchtern), Eleonore Krebs-Dembinski und Antje Barnack, Martinsschule (Altenhaßlau)

Wie gelingt der Umgang mit herausforderndem Verhalten, das im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung zunehmend zur Aufgabe wird?

Die Skala der Emotionalen Entwicklung nach Sabine Zepperitz und Tanja Sappok bietet hierfür einen Weg: Sie macht den emotionalen Entwicklungsstand eines Menschen erfassbar und rückt die Frage nach seinen emotionalen Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Damit verbunden ist ein Perspektivwechsel – von „Das Verhalten muss sich ändern!“ hin zu „Welche Bedürfnisse müssen erfüllt sein, damit sich das Verhalten verändern kann?". Dieser Blickwinkel kann im täglichen Unterricht viel bewegen.

Im Fachforum verbinden wir theoretische Grundlagen dieses Ansatzes mit der Praxis – anhand konkreter Konzepte der Martinsschule in Altenhaßlau und der Heinrich-Hehrmann-Schule in Schlüchtern. Wir freuen uns auf den fachlichen Austausch mit Ihnen.

 

Fachforum 49

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Krisenfall  vermisster Schüler – hilfreiche Maßnahmen, Instrumente und Impulse in der Bewältigung einer akuten Krisensituation an einer Förderschule mit dem Bildungsgang Geistige Entwicklung

Oliver Stöhr, Walderbachschule (Weilburg)

Wie kann eine Schulgemeinschaft eine akute Krisensituation bewältigen und dabei handlungsfähig bleiben? Ausgehend von einem konkreten Praxisbeispiel gibt dieses Fachforum Einblicke in den Umgang mit einer Krisensituation an einer Förderschule mit dem Bildungsgang Geistige Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen die besonderen Herausforderungen wie die Kommunikation nach innen und außen, die Zusammenarbeit mit Behörden und der Schulgemeinde. Der Erfahrungsbericht eröffnet die Möglichkeit, gemeinsam zu reflektieren und lädt dazu ein, Fragen einzubringen, Erfahrungen auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

Fachforum 50

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Theoriegeleitete Schulentwicklung – Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen in der Kleingruppe

Philipp Schulz und Charlotte Sawatzky, Albert-Schweitzer-Schule (Gießen)

Wie kann Schule den unterschiedlichen Bedürfnissen einer sich wandelnden Schülerschaft gerecht werden? Ausgehend von dieser Frage stellt das Fachforum ein diversitätsorientiertes Schulkonzept vor und verbindet dessen theoretische Grundlagen mit konkreten Erfahrungen aus der schulischen Praxis. Im Fokus steht die im Konzept verankerte Kleingruppenförderung zur Stärkung sozial-emotionaler Kompetenzen. Dabei werden sowohl Herausforderungen bei der Umsetzung als auch die Perspektive der Schülerinnen und Schüler mit Autismus aufgegriffen. Darüber hinaus werden die theoretischen Bezüge des Konzepts vorgestellt, darunter der schAUT-Evaluationsbogen für Schulen (Hümpfer-Gerhards et al. 2024), das Konzept der SOKO Autismus (Häußler et al. 2023) sowie die Skala der Emotionalen Entwicklung (Sappok & Zepperitz 2025). Das Fachforum schließt mit einer fachlich-kritischen Plenumsdiskussion.

 

Fachforum 51

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Vom Plan zur Schule – neue Förderschulstandorte gemeinsam entwickeln

Letizia-J. Kreiskott, Förderschule Trebur und Sven Tolksdorf, Schulträger Groß-Gerau

Wie entwickeln Schulträger und Schulleitung gemeinsam einen neuen Schulstandort? Dieses Fachforum beleuchtet den gemeinsamen Entwicklungsprozess von Schulträger und Schulleitung beim Aufbau einer neuen Förderschule. Anhand eines Praxisbeispiels berichten eine Schulleiterin und ein Vertreter des Schulträgers über Planung, Zuständigkeiten, Ausstattungsfragen, den Aufbau eines Kollegiums sowie die Entwicklung tragfähiger Strukturen. Ebenso geht es darum, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler auf diesem Weg mitzunehmen und Übergänge verlässlich zu gestalten.

Das Fachforum bietet praxisnahe Einblicke sowie Raum für Fragen und Erfahrungsaustausch.

 

Fachforum 52

15:00 Uhr

Klassen im Bildungsgang Geistige Entwicklung an der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen – Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …

Bettina Eckert-Ziegler, Albert-Schweitzer-Schule (Gießen)

Was braucht es, wenn eine Schule innerhalb kurzer Zeit einen neuen Bildungsgang aufbaut? Die Albert-Schweitzer-Schule in Gießen war bis zum Sommer 2024 eine Förderschule mit dem Bildungsgang Lernen und einer Abteilung körperliche und motorische Entwicklung. Gleichzeitig herrschte an der benachbarten Förderschule mit dem Bildungsgang Geistige Entwicklung akute Raumnot. Im Dezember 2023 stellte sich die Frage, ob und wie Unterstützung möglich wäre. Aus dieser Herausforderung entstand Schritt für Schritt ein neuer Zweig Geistige Entwicklung mit drei Stufen und neun Klassen.

Das Fachforum gibt Einblicke in diesen Entwicklungsprozess, berichtet von Erfahrungen auf dem Weg und lädt zum Austausch darüber ein, welche Chancen, Fragen und Erkenntnisse mit einer solch spannenden Reise verbunden sind.

 

Fachforum 53

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Systematische Schul- und Unterrichtsentwicklung als Grundlage zur Weiterentwicklung des pädagogischen Konzepts zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Autismus

Nils Hartung, Sabine Westphal und Nils Euker, Mosaikschule (Marburg)

Wie kann Schulentwicklung dazu beitragen, auf veränderte Bedarfe von Schülerinnen und Schülern mit Autismus zu reagieren? Die Mosaikschule Marburg entwickelt ihre pädagogischen Konzepte im Rahmen einer systematischen Schul- und Unterrichtsentwicklung kontinuierlich weiter. Verbindliche Steuerungsstrukturen und eine enge Verzahnung mit Fortbildungsprozessen sichern dabei die nachhaltige Umsetzung von Entwicklungsmaßnahmen. Ein zentrales Element des Förderkonzepts ist das klassenübergreifende „Förderband“ mit differenzierten Angeboten in Deutsch, Mathematik, Unterstützter Kommunikation und Motorik. Mit der steigenden Zahl von Schülerinnen und Schülern mit Autismus wurde dieses Konzept gezielt um Individuelle Lernangebote (ILA) erweitert.  Die auf TEACCH (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children) und Unterstützter Kommunikation basierenden Kleingruppenangebote fördern Kommunikation, Selbstregulation und Teilhabe durch hohe Individualisierung, klare Strukturen und reizreduzierte Lernumgebungen.

Der Beitrag gibt Einblicke in den Schulentwicklungsprozess, stellt das Konzept des Förderbands sowie die Individuellen Lernangebote (ILA) vor und zeigt, wie Schulen ihre Förderkonzepte systematisch an veränderte Bedarfe anpassen können.

 

Fachforum 54

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Kultur für alle – mit kultureller Bildung Schulentwicklung gestalten und Teilhabe stärken

Annette Lüders und Bernd Wenninger, Max-Kirmsse-Schule (Idstein), Silke Tübbecke und Eva Seidl-Moore, Friedrich von Bodelschwingh-Schule (Wiesbaden), und Marcus Kauer, HMKB Referat IV.3, Kulturelle Bildung

Wie verändert die Entwicklung zur KulturSchule den Unterricht, die Zusammenarbeit im Kollegium und das Schulleben? Die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Wiesbaden) und die Max-Kirmsse-Schule (Idstein) berichten aus ihrer langjährigen Praxis als zertifizierte KulturSchulen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Praxisbeispiele, die verdeutlichen, wie kulturelle Bildung Schülerinnen und Schülern vielfältige Ausdrucks- und Teilhabemöglichkeiten eröffnet und Impulse für Unterricht und Schulleben setzt. Ergänzend geben die Schulleitungen Einblicke in ihren Schulentwicklungsprozess und zeigen auf, wie sich die Entwicklung zur KulturSchule auf die Zusammenarbeit im Kollegium, die Gestaltung des Unterrichts und das Schulleben auswirkt.

Der Beitrag lädt dazu ein, kulturelle Bildung als Chance für nachhaltige Schulentwicklung zu entdecken und Anregungen für die eigene Schule mitzunehmen.

 

Fachforum 55

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Ganztagsunterricht im Profil 3 an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung und Ferienbetreuung im Rahmen des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung

Mario Nau-Theißen, Kegelbergschule (Frankenberg), Raphael Chirakakis, Schulträger Landkreis Waldeck-Frankenberg, Petra Hillebrand, Staatliches Schulamt für den Schwalm-Eder-Kreis und den Landkreis Waldeck-Frankenberg, Kathrin Schnalle und Sebastian Fröhlich, HMKB IV.4.2 Ganztägig arbeitende Schulen

Wie lassen sich Ganztagsangebote und Ferienbetreuung so gestalten, dass sie den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung gerecht werden? Am Beispiel der Kegelbergschule, einer Förderschule mit den Bildungsgängen Geistige sowie Körperliche und motorische Entwicklung im ländlich geprägten Landkreis Waldeck-Frankenberg, werden Erfahrungen aus zwei Entwicklungsprozessen vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die Organisation und inhaltliche Gestaltung des Ganztagsunterrichts im Profil 3 sowie die Einführung einer gemeinsamen Ferienbetreuung für die Förderschulen mit den Bildungsgängen Geistige Entwicklung, Körperliche und motorische Entwicklung sowie Lernen im Schuljahr 2026/2027.

Das Fachforum beleuchtet gelingende Ansätze, Herausforderungen und erste Erfahrungen aus der Praxis und lädt dazu ein, gemeinsam zu diskutieren, welche Impulse sich daraus für die Weiterentwicklung von Ganztag und Ferienbetreuung ableiten lassen.

 

Fachforum 56

15:00 Uhr

Mittendrin statt nur dabei – Chancen und Barrieren der inklusiven Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Dr. Dominik Dilcher, Yvonne Glaser, Pascaline Peter und Anja Lehmkühler, Erich-Kästner-Schule (Darmstadt)

Montag, erste Stunde. Leon tippt auf die Symbolkarte an seinem Platz und zeigt seiner Nachbarin, dass er bereit ist. Maya aktiviert ihren Talker, Ahmed braucht noch einen Moment – aber dann sitzen sie da, mittendrin. Dies beschreibt den Morgen von mehreren Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, die an der integrierten Gesamtschule als selbstverständlicher Teil der Schulgemeinschaft beschult werden.

Der Beitrag gewährt ehrliche Einblicke in einen Schulalltag, der von Vielfalt und gemeinsamen Lernwegen geprägt ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus gemeinsamer Beschulung echte Zusammengehörigkeit entstehen kann. Anhand konkreter Praxisbeispiele wird deutlich, was in der inklusiven Beschulung gelingt, was täglich herausfordert und was es braucht, damit aus bloßer Anwesenheit echte Teilhabe wird.

Der Beitrag soll dazu einladen, Erfahrungen zu teilen, Fragen zu stellen und darüber ins Gespräch zu kommen, wie Inklusion gestaltet werden kann.

 

Fachforum 57

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Werte- und Demokratiebildung im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Melanie Ebner, HMKB Referat III.4, Werte- und Demokratiebildung

Wie können Schulen Demokratiebildung stärken und zugleich wirksam auf Herausforderungen wie Extremismus oder Antisemitismus reagieren? Dieses Fachforum stellt die Netzwerk-Lotsinnen und -Lotsen sowie die Wertvoll-Plattform als Unterstützungsangebote für hessische Schulen vor. Die Netzwerk-Lotsinnen und -Lotsen begleiten Schulen in den Bereichen Demokratiebildung, Wertevermittlung sowie Extremismus- und Antisemitismusprävention, stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung und vermitteln bei Bedarf weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote. Ergänzend bietet die Wertvoll-Plattform praxiserprobte Bildungs- und Präventionsangebote von Schulen für Schulen.

Das Fachforum zeigt Einsatzmöglichkeiten beider Angebote im schulischen Alltag auf und lädt dazu ein, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen für die eigene Schule mitzunehmen.

 

„Es ist nie zu spät!“ – Biografisches Lernen zur NS-Geschichte im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
Andreas Marschall und Niuscha Pareigis Plikat, Johann-Hinrich-Wichern-Schule (Wiesbaden)

Wie kann die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung zugänglich und bedeutsam gestaltet werden? Der Beitrag stellt ein Unterrichtskonzept vor, das biografisches Lernen mit dem Besuch
einer Gedenkstätte verbindet. Anhand der Lebensgeschichte der Holocaust-Überlebenden Éva Fahidi werden Möglichkeiten aufgezeigt, historische Inhalte alters- und entwicklungsangemessen aufzubereiten. Die Unterrichtsmaterialien und methodische Zugänge sind in Leichter Sprache
gehalten. Die Konzeption steht vor ihrer praktischen Umsetzung im Schuljahr 2026/27. Es bietet sich an, gemeinsam hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf andere schulische Kontexte zu diskutieren.

 

Fachforum 58

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Gute Schule braucht gesunde Lehrkräfte.

Ulrich Striegel, Friederike Nierste und Patrick Weise, HMKB Referat I.4, Gesundheit

Wie können Lehrkräfte auch in einem anspruchsvollen Schulalltag gesund und leistungsfähig bleiben? Motivation, Gelassenheit, Konzentration und Kreativität – all diese Eigenschaften und Fähigkeiten benötigen Sie in Ihrem Schulalltag. Sie hängen eng mit Ihrer Gesundheit zusammen, gerade diese kann aber unter täglichem Stress, unter Konflikten, Schlafmangel und Abgrenzungsschwierigkeiten leiden.

Wir stellen Ihnen ein breites Angebotsspektrum zur Gesundheitsförderung vor. Angefangen von psychologischen Beratungssprechstunden über mentale Ersthelfer bis hin zur psychischen Gefährdungsbeurteilung, auch zugeschnitten auf die Situation in BFZs.

Dabei geht es auch darum, wie solche Angebote systematisch in den Schulalltag eingebunden und miteinander verknüpft werden können.

Dieses Fachforum stellt verschiedene Angebote zur Gesundheitsförderung vor und lädt zum Austausch von Erfahrungen und Perspektiven ein. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage, wie Gesundheitsförderung nachhaltig im Schulalltag verankert werden kann.

 

Fachforum 59

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Multiprofessionelle Teamkonstellationen in Schule – Unterstützungsangebote für TV-H-Kräfte ohne Lehramt

Rebekka Perrier, Helen-Keller-Schule (Rüsselsheim) und Anja Wall, HMKB Referat III.A.1, Grundschulen

Wie gelingt es, die Kompetenzen von TV-H-Kräften ohne Lehramt gewinnbringend ins Schulleben einzubinden und zugleich für die schulischen Bedarfe weiterzuentwickeln? Vor dieser Frage stehen viele Schulen, denn der wachsende Anteil multiprofessioneller Teams bereichert die fachlichen Perspektiven im Kollegium – und verlangt zugleich eine bewusste Gestaltung der Zusammenarbeit. Zur Entlastung von Kollegium und Schulleitung bietet das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen über das Servicebüro für TV-H-Kräfte gezielte Unterstützungsangebote, ergänzt durch Maßnahmen der Hessischen Lehrkräfteakademie. Im Fachforum stellen wir diese Angebote vor und laden Sie ein, Ihre in der Praxis erprobten und bewährten Maßnahmen einzubringen. Gemeinsam entwickeln wir konkrete Impulse für eine gelingende Zusammenarbeit zum Nutzen aller.

 

Fachforum 60

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Lehrkräftegewinnung für das Lehramt Förderpädagogik

Holger Fuchs, HMKB Referat II.4, Lehrkräftegewinnung

Wie können neue Lehrkräfte für die sonderpädagogischen Fachrichtungen gewonnen werden? Diese Frage stellt sich mit zunehmender Dringlichkeit, denn die Zuweisungen zur sonderpädagogischen Gesamtressource steigen seit Jahren kontinuierlich – getragen sowohl von der sonderpädagogischen Unterstützung an allgemeinen Schulen (Inklusion) als auch von wachsenden Schülerzahlen an Förderschulen, insbesondere im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Bereits seit 2015 wird dieser Entwicklung mit Sondermaßnahmen zur Lehrkräftegewinnung für das Lehramt an Förderschulen begegnet. Nun steht der nächste Schritt an: Für 2027 sind weitere Maßnahmen mit einem veränderten Adressatenkreis in Planung.

Im Beitrag stellen wir Ihnen diese neuen Maßnahmen vor und laden Sie ein, gemeinsam zu diskutieren, welche Wege der Lehrkräftegewinnung den künftigen Bedarf decken können.

 

Fachforum 61

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Gesundheitsfachkräfte in der Schule – Professionen im Zusammenspiel

Frauke Löber, Cornelia-Thurm-Meier, Alexander-Schmorell-Schule (Kassel), Ulrich Striegel, HMKB Referat I.4, Gesundheit und Oliver Janiczek, Hessische Arbeitsgemeinschaft zur Gesundheitsförderung – HAGE e.V.

Wie sieht der Alltag von Gesundheitsfachkräften an einer Förderschule mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und Körperlich-motorische Entwicklung eigentlich aus – und wie gelingt die gemeinsame Arbeit der unterschiedlichen Professionen? An der Alexander-Schmorell-Schule sind insgesamt drei Schulkrankenschwestern beschäftigt, sodass eine flächendeckende Einsatzbereitschaft einer Krankenschwester im täglichen Schulbetrieb garantiert werden kann. Ihre Aufgaben reichen von prozessbezogener Mitarbeit in Teamgesprächen und Konferenzen über pflegerische Einzelaufgaben bis hin zu Querschnittsaufgaben wie gesundheitlicher Aufklärung von Schülerschaft, Eltern und Kollegium sowie organisatorische Tätigkeiten rund um Erste-Hilfe- und Hygienematerial.

In diesem Forum erhalten Gesundheitsfachkräfte die Möglichkeit, sich über ihre Tätigkeit in der Schule, die Zusammenarbeit mit Kliniken und Sozialpädiatrischen Zentren sowie den berufsständischen Rahmen zu informieren und auszutauschen.

 

Fachforum 62

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Schutzkonzepte weiterentwickeln – Impulse für Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Dr. Gregor Kuhn, HMKB, I.1.2 Kompetenzzentrum Schulpsychologie und Roberta Bandel, Praxis für Coaching – Beratung – Supervision

Wie können Schutzkonzepte den besonderen Anforderungen von Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung gerecht werden? Das Fachforum vermittelt praxisnahe Informationen und Empfehlungen zur Erstellung und Weiterentwicklung von Schutzkonzepten entlang der neun zentralen Schutzkonzept-Bestandteile sowie der Risiko- und Potenzialanalyse. Ein besonderer Fokus liegt auf dem fachlichen Austausch über Übertragungsphänomene in der pädagogischen Arbeit sowie auf der Gestaltung von Nähe und Distanz als möglichen Risikofaktoren für Grenzüberschreitungen. Ebenso im Mittelpunkt steht die Persönlichkeitsstärkung von Menschen mit Beeinträchtigungen als zentraler Schutzfaktor vor sexualisierter Gewalt.

Das Forum lädt dazu ein, die eigene Praxis zu reflektieren und gemeinsam Impulse für die nachhaltige Weiterentwicklung schulischer Schutzkonzepte zu entwickeln.

 

Fachforum 63

11:30 Uhr und 15:00 Uhr

Berufliche Orientierung und Übergangsgestaltung mit ZABIB

Beatrice Acerenza, HMKB-Expertin für BOM/ZABIB, und Verena Pfannkuch, August-Wilhelm-Mende-Schule (Bebra)

Wie kann der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt so gestaltet werden, dass individuelle Stärken und Perspektiven frühzeitig sichtbar werden? Dieses Fachforum stellt vor, wie die berufliche Orientierung an einer Förderschule mit dem Bildungsgang Geistige Entwicklung gezielt, strukturiert und individuell gestaltet wird. Im Mittelpunkt steht die Berufsorientierungsmaßnahme ZABIB, die den Prozess der beruflichen Orientierung systematisch begleitet und dokumentiert. Ergänzend wird die Potenzialanalyse Hamet e+ vorgestellt mit der, individuelle Fähigkeiten, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten praxisnah erfasst werden. Die Ergebnisse fließen in die Förderplanung und die weitere Berufswegeplanung ein. Praktika, Praxistage, Informationsveranstaltungen und Fachunterricht ermöglichen frühzeitige Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie Berufswegekonferenzen dazu beitragen, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und weiteren Partnern individuelle Perspektiven für den Übergang in das Arbeitsleben zu entwickeln.  

Das Fachforum lädt zum Austausch über Erfahrungen und Gelingensbedingungen ein.

 

Fachforum 64

13:30 Uhr und 15:00 Uhr

Brücken in die Arbeitswelt: Berufsorientierung im Bildungsgang BzB mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung

Jonas Dewald Berufliche Schulen Berta-Jourdan (Frankfurt) und Sven Schulzig, Arnold-Bode-Schule (Kassel) und Dr. Johannes Zuber, HMKB Referat III.B.2, Berufliche Vollzeitschulformen

Der Beitrag bietet einen kompakten Einblick in die Schulform. Eckpunkte werden benannt und die Berufsorientierung im Bildungsgang zur Berufsvorbereitung mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung an den Beruflichen Schulen Berta Jourdan in Frankfurt am Main und der Arnold-Bode-Schule in Kassel dargestellt. Im Fokus stehen Inhalte, Materialien, Rahmenbedingungen und Zielsetzungen des Unterrichts sowie die strukturierte Praktikumsbegleitung. Anhand von Praxisbeispielen aus vier Jahren Erfahrung werden didaktisch-methodische Ansätze zur Förderung beruflicher Handlungskompetenzen für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistiger Entwicklung erläutert. Besonderer Schwerpunkt ist der Übergang in das Arbeitsleben sowie die individuelle Förderung der Lernenden. Zudem wird die Organisation und die Rolle der Lehrkräfte im Prozess der Berufsorientierung hervorgehoben und reflektiert. Ziel ist eine transparente Darstellung und nachhaltige Vorbereitung auf berufliche Teilhabe am Arbeitsmarkt. Abschließend eröffnet der Beitrag Raum für Austausch und Reflexion.