Engagement beginnt häufig mit einer ganz einfachen Frage: Wo kann ich mich einbringen? Am Gustav-Stresemann-Gymnasium in Bad Wildungen steht genau dieses ehrenamtliche Engagement der Schülerinnen und Schüler, eingebettet in vielfältige Aktionen rund um Werte- und Demokratiebildung, im Fokus. Bildungsminister Armin Schwarz sprach mit Schülerinnen und Schülern über ihre gesellschaftlichen Aktivitäten. So engagieren sie sich in Kommunalwahl-Projekten mit Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitikern, einem Chemieprojekt mit Grundschulkindern, Leseprojekten mit einem Kindergarten, digitalen Sprechstunden im Mehrgenerationenhaus sowie Nachhaltigkeitsprojekten. Am „Ehrentag“ für Mitmachaktionen, den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erstmals in diesem Jahr ausgerufen hatte, veranstaltete die Schule eine Ehrenamtsmesse.
Bildungsminister Armin Schwarz: „Lernen endet – genau wie beim ehrenamtlichen Engagement – nicht an der Klassenzimmertür. Die Schülerinnen und Schüler des Gustav-Stresemann-Gymnasiums bringen ihre Fähigkeiten und Ideen ein und erleben wie sie damit gemeinsam mit anderen etwas für ihr Umfeld und die Gesellschaft bewirken können. Gleichzeitig nehmen sie aus dem Engagement neue Erfahrungen und Perspektiven mit, die das Lernen und die persönliche Entwicklung bereichern. Lernen trifft am Gustav-Stresemann-Gymnasium in Bad Wildungen auf gesellschaftliche Praxis.“
Iris Blum, Schulleiterin Gustav-Stresemann-Gymnasium: „Projekte setzen Leuchttürme. Das ist gut. Aber Werte- und Demokratieerziehung findet nicht nur im Leuchtturm, sondern auf See statt – im täglichen Miteinander, im Umgang mit Regeln, die wir uns als Schulgemeinde des Gustav-Stresemann-Gymnasiums gemeinsam geben und einhalten, in der Erfahrung, dass Freiheit und Verantwortung zusammengehören. Projekte können hier wie Leuchttürme Richtung geben, vor Klippen warnen und so die Fahrt durch alltägliche Untiefen und vorbei an Klippen navigieren. Als Gustav-Stresemann-Gymnasium wollen wir zeigen: Wir sind eine Schulgemeinde, die Demokratie und Werte nicht inszeniert, sondern praktiziert."
10 Jahre sozialgenial in Hessen
Ein weiterer Baustein ist die Arbeit des Gymnasiums im Service-Learning-Programm „sozialgenial – Schüler engagieren sich in Hessen“ der Stiftung Aktive Bürgerschaft. In sozialen Projekten, die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrkräften oder Schulsozialarbeit mit außerschulischen Kooperationspartnern initiieren, werden die Schülerinnen und Schüler aktiv, erlangen soziale Kompetenzen und übernehmen Verantwortung. Inzwischen engagieren sich Schülerinnen und Schüler aller Schulformen der Sekundarstufe I und II an 157 sozialgenial-Schulen in Hessen. In diesem Jahr feiert das Programm 10-jähriges Jubiläum.
Dazu gratulierte Schwarz: „Seit zehn Jahren ermutigt ‚sozialgenial‘ Schülerinnen und Schüler dazu, ihre eigenen Fähigkeiten einzubringen und Verantwortung für andere zu übernehmen. Unter dem Motto ‚Was kannst du gut, was anderen nützt?‘ erfahren junge Menschen ganz konkret, wie bereichernd ehrenamtliches Engagement ist und wie viel sie selbst in ihrer Gemeinschaft bewirken können. Zum zehnjährigen Jubiläum gratuliere ich der Stiftung Aktive Bürgerschaft herzlich und danke ihr für die erfolgreiche Zusammenarbeit und ihren wichtigen Beitrag dazu, junge Menschen früh für ehrenamtliches Engagement zu begeistern.“
Caroline Deilmann, Programm-Leiterin Service Learning bei der Stiftung Aktive Bürgerschaft: „Das 10-jährige Jubiläum unseres Service-Learning-Programms sozialgenial in Hessen ist ein Meilenstein für unser Programm. Service Learning ist praktische Demokratiebildung: Es befähigt Schülerinnen und Schüler, sich zu engagieren und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Von Anfang an hat uns das Hessische Kultusministerium unterstützt, sozialgenial an die hessischen Schulen zu bringen. Inzwischen machen 157 hessische Schulen mit bei ‚sozialgenial‘, 1.280 sind es bundesweit. Wir freuen uns auf die nächsten zehn Jahre."